Kurzer BLICK  auf ...  Das TROCKENE AUGE

-  Interessantes ... allgemeinverständlich für den ersten Eindruck

 

 

Das Trockene Auge ist eine ´verzwickte´ Störung der unentbehrlichen ständigen Feuchtigkeit an der Vorderseite des Auges. Verzwickt ist es deshalb, weil viele Faktoren ineinandergreifen müssen, um die Befeuchtung der Schleimhaut sicher zu stellen in unserer trockenen Umgebung - vergleichbar mit einem Kartenhaus aus vielen Karten, die sich gegenseitig stützen … solange keine davon verändert wird.

In der geöffneten Lidspalte wird die Benetzung durch einen dünnen Tränenfilm ermöglicht. Entsprechend ist die wesentliche URSACHE des Trockenen Auges eine Störung des Tränenfilms - der entweder gar nicht mehr aufgebaut werden kann oder nicht mehr stabil genug ist und daher nicht einmal während der kurzen Zeit zwischen zwei Lidschlägen intakt bleibt.  Dann kommt es sofort zur FOLGE einer Austrocknung der Oberfläche. Die meisten Probleme und SYMPTOME des Patienten entstehen hierdurch. Sie führt zu zunehmenden Augenreizungen, mit Trockenheitsgefühl, Sandkorngefühl oder Brennen der Augen und kann auch Schmerzen verursachen. Erschwerend kommt hinzu, dass die chronische Augenreizung typischerweise zu einer chronischen Augen-Entzündung führt, die das Trockene Auge verschlimmert. Die Augenreizung kann in der Anfangsphase überraschenderweise auch zu Anfällen von vermehrtem Tränenfluss führen – dies ist als „Feuchtes Trockenes Auge“ bekannt.

Da der Tränenfilm auch sehr wichtig für die Lichtbrechung und Sehschärfe ist, führt seine Störung typischerweise auch zu Sehstörungen, wie schwankender Sehschärfe und Verschwommen-Sehen. Nach einigen kräftigen Lidschlägen, die den Tränenfilm verbessern, bessert sich dies meist wieder – jedenfalls vorübergehend.

Verzwickt ist ebenfalls, dass die Grundlage der Tränenfilmstörung meist nicht eine Störung der Wasserproduktion durch die Tränendrüse ist, sondern eine Störung der Öl-Produktion durch die zahlreichen kleinen Meibomdrüsen in den Augenlidern. Eine dünne Ölschicht auf dem wässrigen Tränenfilm, ähnlich einem Ölfleck auf einer Wasserpfütze, verzögert die Verdunstung des Tränenwassers und verbessert die Stabilität des Tränenfilms. Wenn zu wenig oder gestörtes Öl vorhanden ist, verdunstet das Tränenwasser schneller, als es die Tränendrüse produzieren kann und damit kommt es zur Austrocknung der Oberfläche. Nach bisherigen Erkenntnissen haben etwa vier von fünf Patienten mit Trockenem Auge, also die überwiegende Mehrheit, ursprünglich einen Öl-Mangel durch die sogenannte Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD), eine Verstopfung der Drüsen durch verhärtetes Öl.

Es gibt zahlreiche Risikofaktoren für ein Trockenes Auge. Sie reichen von Hormonstörungen und chronischen Erkrankungen sowie störenden Medikamenten, über Störungen des Lidschlages, der den Tränenfilm ausbreitet, bis zu austrocknenden Umwelteinflüssen, wie hohe Lufttemperatur, trockene Luft und Wind bzw. Gebläse oder seltenes Blinzeln, z.B. bei konzentrierter Bildschirmarbeit.

Es ist verständlich, dass bei der THERAPIE eines Trockenen Auges durch Ölmangel der alleinige Zusatz von Wasser meist nicht lange zur Besserung führen wird, da auch dieses schnell wieder verdunstet. Stattdessen ist der Zusatz von geeigneten Lipiden, alleine als Spray oder in wässrigen Tränenersatzmitteln, aussichtsreicher. Eine regelmässige Behandlung der verstopften Meibomdrüsen durch eine ´Physikalische Therapie" mit Wärmung der Augenlider und Auspressung der Drüsen, sowie die Reinigung des Ölverkrusteten Lidrandes sorgt für eine Besserung der Drüsenstörung und des Trockenen Auges. Bei schwerer Erkrankung kann eine Behandlung der Augen-Entzündung notwendig sein.

 

  

 

 

ÜBERBLICK über ... DAS TROCKENE AUGE

- für ein Verständnis der klinischen Basis

 

 

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Das Trockene Auge ist eine Störung des Tränenfilms und der Augenoberfläche mit Sehstörungen und Augenreizung bis zu Schmerzen, die typischerweise chronisch verläuft, zu selbstverstärkenden Regelkreisen neigt und zunehmender Zerstörung der Augenoberfläche einher geht

Das Trockene Auge ist eine Störung des Tränenfilms und der Augenoberfläche mit Sehstörungen und Augenreizung bis zu Schmerzen, die typischerweise chronisch verläuft, zur Selbstverstärkung neigt und zu zunehmender Zerstörung der Augenoberfläche führt.  

Typische SYMPTOME des Trockenen Auges sind Trockenheitsgefühl, Augenbrennen und instabile Sehschärfe/ Verschwommen-Sehen sowie Reizzustände verschiedenen Schweregrades bis zu Schmerzen, die durch die Beschädigung der Zelloberfläche und Reizung der Nerven entstehen. Typische klinische BEFUNDE ergeben sich aus der Störung des Tränenfilms und der Beschädigung der Zelloberfläche. Dies sind der Nachweis der Instabilität des Tränenfilms, eine reduzierte Tränenmenge mit oft verdünnter Ölschicht auf der Oberfläche zusammen mit dem Nachweis von Zellschäden, Entzündungszeichen mit Rötung und vermehrter Sichtbarkeit von Gefässen, sowie Faltenbildung der Bindehaut bei fortgeschritteneren Zerstörungen des Bindegewebes. 

Das Trockene Auge ist weit verbreitet und stellt die häufigste Diagnose in der Augenärztlichen Praxis dar, wenngleich dies nicht immer die Hauptdiagnose sein muss.  

Das Trockene Auge beruht auf einer KOMPLEXEN FUNKTIONSSTÖRUNG der Augenoberfläche, die die grundlegenden Funktionen schädigt.   Die Augenoberfläche muss DAUERHAFT FEUCHT sein um ihre Gesundheit und Funktion zu erhalten.  Nur der Tränenfilm kann das Auge dauerhaft feucht halten - daher ist er von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und Funktion der Augenoberfläche.   Ein komplexes Netzwerk von Funktionen dient zuerst dazu die notwendige Feuchtigkeit aufrecht zu erhalten.   Der Tränenfilm in der geöffneten Lidspalte muss zwischen 2 Lidschlägen stabil bleiben sonst kommt es zur Austrocknung.   Daher sind die Grundlegenden FUNKTIONEN der Augenoberfläche die Tränen-PRODUKTION und die FORMATION eines stabilen Tränenfilms daraus.

 

Haupt-URSACHEN des TROCKENEN AUGES

Die HAUPT-URSACHEN für das Trockene Auge führen zur Unfähigkeit einen stabilen Tränenfilm zu bilden und damit zum Versagen der Feuchthaltung. 

Diese Ursachen sind

  • 1 )  ein MANGEL bei der PRODUKTION von TRÄNEN-Bestandteilen durch Drüsenstörungen sowie
  • 2 )  ein MANGEL bei der FORMATION eines ausreichend stabilen Tränen-FILMS aus der bestehenden Tränenflüssigkeit durch Störungen des Lidschlages.  

Die unterliegenden Faktoren für das Versagen der Feuchthaltung sind vielfältig. 

( 1 ) Störungen der Tränen-PRODUKTION

Störungen der Tränen-PRODUKTION stehen sicher im Mittelpunkt des Interesse einer Betrachtung des Trockenen Auges. Sie beruhen typischerweise auf Störungen der einzelnen Drüsen-Typen, die die wesentlichen Tränenbestandteile bilden, also von Wasser zur Befeuchtung durch die Tränendrüse, von Öl als oberste Schicht zur Verminderung der Verdunstung dieses Wassers, durch die Meibomdrüsen, sowie von Schleimstoffen/ Muzinen zur Bindung des Wassers an die Augenoberfläche. Im Gegensatz zur Bezeichnung des "TROCKENEN´ Auges ist tatsächlich ein Öl-Mangel durch die Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD) die häufigste primäre Ursache für ein Trockenes Auge.

( 2 ) Störungen des LIDSCHLAGES

Störungen des Lidschlages sind möglicherweise von unterschätzter Bedeutung für das Trockene Auge. In der Tat aber nehmen Störungen der Augenlider zumindest mit zunehmendem Lebensalter an Bedeutung zu. Sie behindern einen funktionell effektiven Lidschlag, damit die Ausbildung eines kompletten und stabilen Tränenfilms und führen so zur Augentrockenheit - zumindest in Teilen der Augenoberfläche.

Die eigentlich auf der Augenoberfläche benötigten Tränen laufen dabei ´ungenutzt´ über den Lidrand ab und verursachen ein Tränenträufeln (Epiphora). Es handelt sich dabei meist um Formveränderungen der Lid-(Rand-) Stellung in Form einer Auswärtsrollung (Ektropium), die durch eine Erschlaffung des Lid-Bindegewebes bedingt ist. Durch chronische Entzündungen der Augenlider, z.B. im Rahmen einer im Alter an Häufigkeit zunehmenden Lidentzündung/ Blepharitis, kann es aber auch zur Einwärtsrollung des Lidrandes (Entropium) kommen. Zusätzlich zur Behinderung des Lidschlages kommt es dann auch zum Reiben der nach innen gerichteten Wimpern auf der Oberfläche von Hornhaut und Bindehaut.

Neben Störungen in der FORM der Augenlider können aber auch Störungen der Muskelfunktion oder Störungen der Nerven-Innervation (z.B. Lähmungen) die Ursache einer Störung des normalen ausreichenden Lidschlages sein.

 

Die Haupt-SCHÄDEN, die beim Trockenen Auge entstehen sind Tränen-FILM-MANGEL und GEWEBE-SCHÄDIGUNG

Die beiden wesentlichen Schäden, die beim Trockenen Auge entstehen sind

Die Tränenfilm-Störung tritt dabei meist zuerst auf im typischen Patientengut der weiter entwickelten Länder.  Schäden der Gewebeoberfläche betreffen zuerst das an der Oberfläche liegende Epithel. Sie können unter bestimmten Bedingungen auch zuerst auftreten, z.B. wenn wichtige Nähr- oder Regulationsstoffe wie Vitamin A fehlen. Dies ist in vielen weniger entwickelten Ländern leider immer noch häufig der Fall.

 

SEKUNDÄRE Faktoren verschlimmern den Tränenfilm-Mangel und die Gewebe-Schädigung

Die Nachfolgenden/ Sekundären Faktoren beim Tränenfilm-Mangel bilden Kaskaden der zunehmenden Störung (kleine weisse Pfeilie mit rotem Rand). Allerdings beeinflussen Sie sich auch gegenseitig und bilden Netzwerke (angedeutet durch einen grösseren horizontalen weissen Pfeil). Daher ist es schwierig, diese sekundären Störungen klar nur einer der verschiedenen wässrigen oder Lipid-Störung des Tränenfilms zuzuordnen. 

Bei den beiden Haupt-Schäden des Trockenen Auges (Tränenfilm-Mangel und Gewebe-Schaden) entwickeln sich nachfolgende sekundäre Störungen. Sie sind untereinander vernetzt und treiben in Kaskaden den Krankheitsprozess voran. 

Bei der Tränenfilmstörung sind dies bekannte klinische Befunde wie eine Tränenfilm-Instabilität mit kurzer Tränenfilm-Aufbruchzeit TAZ( BUT), die dann zu schnellerer Verdunstung des Tränenwassers führt und zu erhöhter Osmolarität des verbleibenden Tränenfilms. Meist werden solche Befunde in Zusammenhang mit einem Ölmangel genannt, der durch die Verdunstung zum sog. Evaporativen Trockenen Auge führt.   Mit einem wässrigen Mangel werden oft eher Befunde verbunden wie Benetzungsstörung, Entstehung von Trockenen Stellen im Tränenfilm (engl.: ´Dry-Spot´) sowie entsprechender erhöhter Reibung und einer Chronischen Mechanischen Irritation.

Allerdings beeinflussen sich viele dieser Befunde einer Tränenfilmstörung gegenseitig und sie bilden Netzwerke - daher ist es meist schwierig,  die genannten sekundären Störungen eindeutig nur einer bestimmten Störung des Tränenfilms zuzuordnen, also wässrige, ölige oder muzinöse Störung. Anders sieht die Sache aus bei einem Befund wie einer reduzierten Dicke der Tränenfilm-Lipidschicht, da diese typisch ist für eine Lipidstörung bei Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD). 

Die wesentlichen sekundären Störungen sind Hyper-Osmolarität und Chronische Reibung

Die Tränenfilm-Störung führt zur einer chronischen Reizung der Zellen der Augenoberfläche und löst einen Umbau des Epithels aus.

.Auch bei der Gewebe-Schädigung treten Kaskaden von Sekundären Faktoren auf, die sich gegenseitig auslösen. Dabei verschlimmert sich die Gewebestörung und dadurch auch die Erkrankung.

Die chronische Oberflächenschädigung beim Trockenen Auge betrifft zuerst das an der Oberfläche liegende Epithel. Dort löst es eine starke Veränderung aus mit Verlust der normalen Oberflächenstrukturen auf den Zellen und der Schleimzellen - was insgesamt die Fähigkeit zur Wasserbindung (´Benetzbarkeit´) vermindert. Diese Veränderung wird als PLATTENEPITHEL-METAPLASIE bezeichnet.

Die chronische Reizung des Epithels löst eine Entzündung aus

Die wesentlichen sekundären Faktoren der Tränenfilmstörung sind Hyper-Osmolarität und Chronische Reibung. Beide Störungen führen zu einer Reizung und Aktivierung der Zellen des Oberflächenepithels, die verschiedene Arten von Entzündungsmediatoren bilden und eine Entzündungsreaktion auslösen.  Eine ENTZÜNDUNGSREAKTION ist eine Antwort der Zellen auf den schädlichen Reiz, der ihre Intaktheit und Funktion bedroht - dies ist ein sehr alter Schutzmechanismus praktisch aller Zellen und Gewebe des Körpers.   Typische ´Nebenwirkungen´ von Entzündungsreaktionen sind weitere Schädigungen des Körper-eigenen Gewebes, die als ´Kollateralschaden´ in der Absicht hingenommen werden, den Schädiger möglichst effektiv zu beseitigen. Daher haben Entzündungen trotz ihrer eigentlichen Schutzfunktion weder bei Ärzten noch bei Patienten einen guten Ruf.  

Entzündungsreaktionen haben sozusagen, wie James Bond,  die ´Lizenz zum Töten´ ... die Einschätzungen über so weitreichende Eingriffe gehen natürlich auseinander

Entzündungsprozesse sind ein wichtiger Verstärkungsmechanismus beim Trocknen Auge und erklären die progression der Erkrankung

Da Entzündungsreaktionen mächtige biochemische Mechanismen einsetzen, können sie effektiv selbstverstärkende Kaskaden der Krankheitsverschlimmerung auslösen, die auch als Teufelskreise (engl.: Vicious Circles) bezeichnet werden.   Chronische Entzündung ist ein wichtiger Verstärkungsmechanismus beim Trockenen Auge und führt zu fortschreitendem Degenerativen Gewebeumbau und zunehmender Zerstörung der Funktion.  

Beim entzündlichen Trockenen Auge gibt es viele verschiedene selbstverstärkende Teufelskreise (engl.: Vicious Circles). Sie beeinflussen sich gegenseitig und können sich auch gegenseitig verstärken. Dies mag der Grund sein warum teils die Ansicht vertreten wird, es gäbe beim Trockenen Auge "einen" Teufelskreis, was pathophysiologisch nicht zutrifft und Therapieüberlegungen bis zur Unwirksamkeit vereinfachen kann. Insgesamt können sie das Trockene Auge ohne eine wirksame Behandlung bis zu Zerstörung der Augenoberfläche voran treiben.

VERSCHIEDENE FAKTOREN BEEINFLUSSEN DIE FUNKTION DER AUGENOBERFLÄCHE

Eine Störung positiver Faktoren und das Auftreten von negativen Faktoren (Risikofaktoren) verschlechtern die normale Funktion des Gewebes und erhöhen daher das Risiko für das Auftreten eines Trockenen Auges und für die Schwere der Erkrankung.  Die komplexe Störung der Funktion und Struktur der Augenoberfläche beim Trockenen Auge führt zu einem Mangel der basalen Funktionskomplexe für die ständige Feuchthaltung des Gewebes. Das Entstehen eines Trockenen Auges wird durch verschiedene Faktoren begünstigt:

REGULATORISCHE SYSTEME

STÖRUNG DER REGULATION

Störungen des Nervensystems, des Endokrinen Hormonsystems und des Immunsystemsverschlechtern die Funktion der Augenoberfläche.

Alter und weibliches Geschlecht (in Verbindung mit relativem Mangel von ´männlichem´ Androgen-Hormon sowie einem Überschuss an ´weiblichem´ Östrogen) nehmen wesentlichen Einfluss auf die Augenoberfläche

EXTERNE RISIKO FAKTOREN

WIRKEN MEIST AUSTROCKNEND

Negative externe Einfluss-Faktoren sind RISIKO-FAKTOREN für die Erkrankung. Sie beeinflussen die TRÄNEN-FLÜSSIGKEIT auf dem Auge und überbeanspruchen die normale Funktionskapazität - sind aber oft leicht zu beeinflussen. Meist sind es austrocknende Umwelteinflüsse wie Hitze, Trockenheit, Wind - auch konzentrierte Sehaufgaben mit seltenem Lidschlag. In klimatisierten Büroumgebungen mit Bildschirmarbeit sind diese Risikofaktoren oft kombiniert und können so zum trockenen "Büroauge" (engl."Office Eye") führen.

INTERNE RISIKO FAKTOREN

STÖRUNG DER ORGANE

Negative interneEinfluss-Faktoren sind ebenfalls RISIKOFAKTOREN für die Erkrankung.

Sie wirken auf das GEWEBE, das die Tränen produziert und können die normale Funktion der Augenoberfläche verschlechtern.

Es handelt sich dabei z.B. um Alter und Geschlecht, wie auch um chronische Erkrankungen oder chronische Medikamenten-Einnahme, Ernährung und Trinkmenge etc. . Viele dieser inneren Risikofaktoren sind schwer zu beeinflussen.

 

 

 

 

 


Tieferer EINBLICK in ...  DAS TROCKENE AUGE

- für ein Verständnis des wissenschaftlichen Hintergrunds

 

Das Trockene Auge ist eine Störung des Tränenfilms und der Augenoberfläche mit Sehstörungen und Augenreizung bis zu Schmerzen, die typischerweise chronisch verläuft, zu selbstverstärkenden Regelkreisen neigt und zu zunehmender Zerstörung der Augenoberfläche führt.

 

Einige KLINISCHE BILDER von Patienten mit der Erkrankung des Trockenen Auges - die Schwere der Erkrankung steigt hier von links nach rechts an und ist erkennbar an zunehmenden Veränderungen des Lidrandes mit Verstopfung der Meibomdrüsen-Öffnungen, entzündlichen Veränderungen, Sekret-Ansammlungen, Abrundung und Unregelmäßigkeit des Lidrandes und eines Verlustes von Wimpern.

Die Erkrankung des Trockenen Auges - wird im Deutschen umgangssprachlich meist einfach nur ´TROCKENES AUGE´  genannt. Medizinisch wir sie bezeichnet als ´Keratokonjunktivitis Sicca´ (Trockene Entzündung von Hornhaut und Bindehaut) oder kürzer als´Sicca Syndrom´  (Trockenheits-Syndrom) . Es ist eine komplexe Störung der funktionellen Anatomie des Tränenfilms und, meist nachfolgend, der Augenoberfläche.

Wichtige SYMPTOME von Patienten mit der Erkrankung des TROCKENEN AUGES sind z.B. eine schwankende Sehschärfe durch Schwankungen der Tränenfilmqualität sowie Trockenheitsgefühl, und Augenreizung bis zu Schmerzsyndromen

Typische SYMPTOME sind: 

 

Typische Klinische BEFUNDE sind:

Das Trockene Auge ist weit verbreitet und die Häufigste Erkrankung in der Augenärztlichen Praxis

Nach Epidemiologischen Studien zur Krankheitshäufigkeit leiden etwa ein Sechstel der Bevölkerung unter Symptomen eines Trockenen Auges. Die Häufigkeit einer Funktionsstörung der Meibomdrüsen, welche nach neueren Erkenntnissen, die häufigste Ursache eines Trockenen Auges darstellt, ist noch wesentlich höher. Bei Vielen läuft die Meibomdrüsen-Dysfunktion (MDD), unbemerkt ab, da sie noch keine Symptome verursacht - dies wird bezeichnet als ´Unauffällige /Verborgene MDD´ (Engl.: ´Non-Obviouus´MGD oder NOMGD). Diese ist noch weit häufiger und kann bereits zu einer unbemerkten Schädigung der Drüsen innerhalb der Augenlider führen.

Hunderte Millionen von Patienten weltweit leiden unter einem Trockenen Auge,  das die häufigste Diagnose in der klinischen Praxis des Augenarztes darstellt.

Epidemiologische Studien zur Krankheitsverbreitung haben gezeigt, dass durchschnittlich etwa 5-15% der Bevölkerung unter einem Trocken Auge leiden. Das individuelle Risiko hängt ab von Faktoren wie Lebensalter und Geschlecht, vor allem im Hinblick auf die Hormonspiegel, und unterschiedliche Schweregrade.

Das Trockene Auge tritt häufiger auf beim Weiblichen Geschlecht und bei Patienten in höherem Lebensalter. Auch ethnische Aspekte könnten eine Rolle spielen, da in Asien nach aktuellen Studien die Häufigkeit des Trockenen Auges bis über 35% der Bevölkerung erreichen kann.

 

Das Trockene Auge beruht auf einer KOMPLEXEN FUNKTIONSSTÖRUNG der Augenoberfläche

Die Augenoberfläche muss DAUERHAFT FEUCHT sein um ihre Gesundheit und Funktion zu erhalten

Bedingt durch das Konstruktionsprinzip unserer Augen, ist eine feuchte Augenoberfläche notwendig, um ihre Gesundheit zu erhalten und die Transparenz der Hornhaut sicher zu stellen. Daher besteht die Augenoberfläche aus einer Schleimhaut mit anhängenden Drüsen.

NUR Der TRÄNENFILM kann das Auge DAUERHAFT Feucht halten  - daher ist er von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und Funktion der Augenoberfläche

Zur dauerhaften Befeuchtung dient der dünne glatte TRÄNENFILM vor dem Auge.  Als weiterer Funktion bildet er eine perfekt glatte Oberfläche des optischen Systems für eine perfekte Sehschärfe.

Der TRÄNENFILM vor dem Auge ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und Funktion der Augenoberfläche, da nur er die dauerhafte Befeuchtung sicherstellt.

Ein komplexes Netzwerk von Funktionen dient zuerst dazu, die notwendige Feuchtigkeit aufrecht zu erhalten

Insgesamt hält das komplexe Netzwerk von Struktur und Funktion an der Augenoberfläche eine empfindliche funktionelle Balance aufrecht, um die feuchte ´Ökologische Nische´ der Augenoberfläche innerhalb einer trockenen Umgebung zu schützen - Daher kann die Augenoberfläche bei Störungen auch leicht erkranken.

Es mag profan erscheinen, aber die Grundlegenden Funktionellen Komplexe der Augenoberfläche dienen zuerst einmal dazu, die Vorbedingung einer dauerhaften Feuchtigkeit der Augenoberfläche sicher zu stellenimmer und überall - also auch auf dem Augapfel in der geöffneten Lidspalte in der Zeit zwischen 2 Lidschlägen.

Der-Tränenfilm in der geöffneten Lidspalte muss zwischen 2 Lidschlägen stabil bleiben sonst kommt es zur Austrocknung

Ein INSTABILER TRÄNENFILM ist die Hauptursache für die Entstehung eines Trockenen Auges. Im diesem schematischen Beispiel bleibt der (hier blaue) Tränenfilm nur für etwa 2 Sekunden stabil bevor er aufbricht und verschwindet ... wodurch die Augenoberfläche dann trocken wird ... zumindest stellenweise.

Der Tränenfilm in der geöffneten Lidspalte muss wenigsten für die normalerweise kurze Spanne bis zum nächsten Lidschlag stabil bleiben. Mit einer grossen Streubreite, die vor allem davon abhängt, wie konzentriert wir etwas anschauen, blinzeln wir pro Minute etwa 5 bis 12 mal. Also muss der Tränenfilm nur für etwa 5-10 Sekunden stabil bleiben.

Der klinische Normalwert liegt, mit einer gewissen kleinen Sicherheitsreserve, bei 10 Sekunden, die der Tränenfilm stabil bleiben muss. Das mag einfach erscheinen, tatsächlich aber ist die mangelnde Stabilität des Tränenfilms letztlich der entscheidende Grund für das Auftreten eines Trockenen Auges.

Die Grundlegenden Funktionellen Komplexe der Augenoberfläche sind die Tränen-PRODUKTION und die FORMATION eines stabilen Tränenfilms daraus

Die Grundlegenden Funktionellen Komplexe der Augenoberfläche bestehen daher aus

(1) BILDUNG von TRÄNEN durch die Drüsen,

die der Augenoberfläche anhängen. ... Genauer gesagt, geht es um Tränenfilm-Bestandteile, denn zumindest die Schleimstoffe (Muzine) der zahlreichen kleinen Becherzellen in der Bindehaut bilden keine ´Tropfen´, wie man dies von ´Tränen´ vielleicht erwartet. Da der Tränenfilm aus mindestens 3 Hauptkomponenten besteht sind dazu auch mindestens 3 Drüsentypen notwendig - Sie produzieren: Wasser als Hauptkomponente, Schleimstoffe (Muzine) zur Bindung des Wassers an die Zelloberfläche und Öl zur Abdeckung des Tränenfilms als Verdunstungsschutz. 

Weiterhin ist es notwendig aus dieser Tränenflüssigkeit

(2) die FORMATION / Ausbreitung eines hinreichend stabilen Tränenfilms

zu bewerkstelligen, der die Anforderung der Feuchtigkeit - immer und überall - erfüllen kann. Dies ist die geheimnisvolle Transformation von Tränen in einen Tränenfilm - hierzu ist die Funktion der Augenlider und des Lidschlags/ Blinzeln notwendig.

Wenn auch nur eine der beiden Funktionen gestört ist, kann kein Tränenfilm mehr gebildet werden ... jedenfalls keiner, der hinreichend stabil ist, um die Feuchtigkeit in der Zeit zwischen zwei Lidschlägen zu erhalten - was die entscheidende Anforderung an den Tränenfilm ist

Die GRUNDLEGENDEN KAUSALEN FAKTOREN für das Trockene Auge bestehen in der Unfähigkeit einen stabilen Tränenfilm zu bilden und führen zum Versagen der Feuchthaltung

Wenn Komponenten der Funktionellen Einheit der Augenoberfläche gestört sind und daher funktionsuntüchtig werden, über ein bestimmtes Mass hinaus, dann führt dies zum RISIKO von nachfolgenden pathologischen Konsequenzen im Sinne von Erkrankungen.

Die beiden grundlegenden Ursachen für die Entwicklung eines Trockenen Auges sind Störungen der DRÜSEN-Funktion und/oder Störungen der LID- und LIDSCHLAG-Funktion. Dies führt zu Störungen der PRODUKTION (Sekretion) von Komponenten der Tränen und/oder Störungen der BILDUNG (Formation) des Tränen-FILMS. Allein oder gemeinsam führt dies zu einem MANGEL in der FORMATION und Stabilität des TRÄNENFILMS, der dann die Augenoberfläche in der Lidspalte nicht mehr hinreichend feucht halten kann.

Im Hinblick auf die grundlegenden Funktionellen Komplexe bestehen die grundlegendsten STÖRUNGEN der Augenoberfläche in einem Versagen der physiologisch notwendigen Feuchthaltung mit:

  • MANGEL bei der PRODUKTION von TRÄNEN-Bestandteilen. Dies wird verursacht durch DRÜSEN-Störungen verschiedener Art- und ist sicher die am häufigsten betrachtete Ursache eines Trockenen Auges
    • und/ oder
  • MANGEL bei der FORMATION eines ausreichenden Tränen-FILM aus bestehender Tränenflüssigkeit durch irgendeine STÖRUNG von AUGENLIDERN oder LIDSCHLAG

 

URSACHEN der GRUNDLEGENDEN KAUSALEN FAKTOREN für das Trockene Auge

Störungen der Tränen-PRODUKTION

Bei Störungen der Tränenproduktion denkt man angesichts der scheinbar klaren Bezeichnung der Erkrankung des ´Trockenen´ Auges natürlich zuerst an Störungen der Wässrigen Tränenproduktion durch Störungen der Tränendrüse ... Dies ist allerdings im Hinblick auf die Häufigkeit nicht zutreffend.  Hier zeigt sich, dass der historische und lange etablierte Begriff des "TROCKENEN Auges" keine sehr glückliche Wahl für dieses komplexe Krankheitsbild ist.

  • WÄSSRIGE Tränen-Störung
    • Die Störung der Wässrigen Tränenproduktion. Sie kommt weit überwiegend aus der Haupt-Tränendrüse in der Augenhöhle und nur zu einem kleineren Teil aus den kleinen dicht unter der Augenbindehaut liegenden Akzessorischen/ Hilfs-Tränendrüsen. Ein Mangel an Tränenwasser ist tatsächlich eher selten. Eine primäre wässrige Störung kommt nach Studien nur etwa bei 15% der Trockenen Augen vor.
    • Bei den Störungen der Tränendrüse kommt dann meist gleich das SJÖGREN SYNDROM in den Sinn, welches recht bekannt ist. Allerdings ist es sehr selten und liegt als Ursache des Trockenen Auges in niedrigen einstelligen Prozentbereich. Überwiegend (90%) tritt es bei Frauen auf. Es ist eine chronische Auto-Immunkrankheit mit Entzündung und zunehmender Zerstörung der Drüsen, die nicht nur die Tränendrüse betrifft sondern auch andere Drüsen im Körper, zum Beispiel im Mund.
  • ÖLIGE Tränen-Störung
    • Die Störung der Öl-Produktion für die dünne oberflächliche Tränenfilm-Schicht ist, nach aktuellen Erkenntnissen, die häufigste primäre, also ursprüngliche Ursache für ein Trockenes Auge.
    • Die Bezeichnung ´primär´ bezieht sich hier darauf, dass es sich um die ursprüngliche Ursache handelt, die zum Trockenen Auge führte. Da im Krankheits-Verlauf eine zunehmende Zerstörung der Augenoberfläche inklusive der Drüsen auftreten kann,  können dann andere Drüsen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden und in ihrer Funktion gestört werden.
    • Die typische Ursache eines Ölmangels im Tränenfilm ist die Funktionsstörung der zahlreichen kleinen Meibomdrüsen in den Augenlidern - die auch als Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD) bekannt ist. Nach aktuellen Erkenntnissen macht diese Lipid-Störung mit etwa 80% die primäre Hauptursache des Trockenen Auges aus. Es handelt sich hier um eine verstopfende/obstruktive Drüsenstörung durch Sekreteindickung und überschiessende Verhornung des Epithels in der Drüse und auf dem Lidrand. Neben einem Ölmangel mit erhöhter Wasserverdunstung (evaporatives Trockenes Auge) kommt es dabei durch den Sekretstau mit erhöhten Druck in den Drüsen zur fortschreitenden und meist unbemerkten Drüsenzerstörung in den Augenlidern.
    • Aufgrund ihrer enormen Bedeutung für das Trockene Auge gibt es hier ein SEPARATES KAPITEL zur MEIBOMDRÜSEN DYSFUNKTION (MDD).
  • MUZIN-Störung/ Störung der SCHLEIMSTOFFE
    • Schleimstoffe haben eine hohe Wasserbindungsfähigkeit und sind eine wichtige Voraussetzung, dass das Wasser der Tränen an der Augenoberfläche gehalten werden kann und nicht sofort abläuft. Sie werden zum Teil von allen Epithelzellen der Augenoberfläche gebildet und sind in der Zellmembran verankert - zum anderen Teil werden sie von den zahlreichen kleinen Becherzellen produziert, die in der Augenbindehaut/ Konjunktiva verteilt sind. Nach bisherigem Erkenntnistand ist eine primäre Muzin-Störung, bzw. ein Mangel der Schleimstoffe recht selten und macht etwa fehlenden Anteil von 5% der Trockenen Augen aus.
    • In der ´Frühzeit´ der Forschungen und Überlegungen über das Trockene Auge als die Bedeutung der Muzine für die Benetzbarkeit der Augenoberfläche durch das Tränen-Wasser erkannt wurde, standen Muzine für eine Weile im Mittelpunkt des Interesses. Später als andere wichtige Faktoren für das Trockene Auge entdeckt wurden standen diese jeweils im Mittelpunkt (... see ´Fashions in Science´)  
    • Allerdings nimmt die Bedeutung der Mucine bzw.. eines Mangels dieser Schleimstoffe im Verlaufe des Trocknen Auges sicher erheblich zu, da durch die zunehmende Zerstörung der Oberflächenepithelzellen unvermeidlich auch die Produzenten der Muzine zunehmend zerstört werden. Genauere Zahlen zur Häufigkeit der Muzinstörung sind aktuell nicht verfügbar.

 

Störungen des Tränenfilm-FORMATION- LID- und BLINZEL-STÖRUNGEN 

  • können durch sehr viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden, die alle Komponenten der Augenlider und ihre Regulation betreffen können:
  • LIDKÖRPER im Sinne der Haut, Schleimhaut und des Bindegewebes
  • hier treten die häufigsten Störungen durch Altersveränderungen mit zunehmendem Lebensalter auf.

Auswärtsrollung des Lidrandes (ENTROPIUM) durch Erschlaffung des Bindegewebes ist eine typische Altersveränderung, die einen kompletten Lidschluss verhindert und daher zur Augentrockenheit führt

  • Das Bindegewebe der Lider kann erschlaffen und der Lidrand nach aussen hängen (Ektropium), weshalb das Auge beim Lidschlag nicht mehr komplett schliesst (siehe die Animation unten). weil die Bindehaut des unteren Konjunktivalsackes oft trocken wird, ist sie sehr gereizt und entsprechend gerötet. Da die das untere Tränenpünktchen am nasalen Lidrand dann typischerweise nicht mehr die Tränenflüssigkeit von der Augenoberfläche absaugen kann kommt es zum Tränenträufeln (Epiphora) und die Tränenflüssigkeit läuft ungenutzt über den Lidrand ab statt die Augenoberfläche mit einem Tränenfilm zu bedecken.

  • Das Bindegewebe kann aber auch durch chronische Entzündungen vernarben und der Lidrand rollt dann nach innen (Entropium) wobei die Wimpern dann chronisch auf der Oberfläche des Augapfels (Hornhaut und/oder Bindehaut) reiben (Trichiasis)

 

  • MUSKEL-APPARAT
  • INNERVATION/ Neuronale Steuerung auf allen Ebenen von peripheren Nerven (Lähmungen/Paresen), über den Hirnstamm (Reflexe) bis ins Gehirn (z.B. ´Ticks´)

Eine andere Form der LID- und BLINZEL-STÖRUNG ist die Einwärtswendung des Lidrandes (Entropium), die ebenfalls einen vollständigen Lidschluss erschwert und gleichzeitig zu einem Wimpernreiben (Trichiasis) führt mit meist starker Reizung der Augenoberfläche auf dem Augapfel.

das Trockene Auge eine prototypische/ modellhafte Erkrankung der Augenoberfläche

Sehr verschiedene mögliche Ursachen werden irgendwann immer auch ´die Axt anlegen´ an die grundlegenden funktionellen Komplexe und daher können letztlich sehr viele Ursachen zum Symptom der Augentrockenheit führen.

Bei Chronifizierung/ dauerhaftem Fortbestehen der Störung kann die Trockenheits-Symptomatik dann zur Erkrankung des Trockenen Auges fortschreiten. Das Trockene Auge ist also eine prototypische/ modellhafte Erkrankung der Augenoberfläche.

Die beiden wesentlichen PRIMÄREN Pathologien, die beim Trockenen Auge entstehen sind TRÄNENFILM-MANGEL und GEWEBE-SCHÄDIGUNG der Augenoberfläche

Ein schematische Animation erklärt, wie ein TRÄNENFILM-MANGEL eine OBERFLÄCHEN-SCHÄDIGUNG des Auges auslöst und so zum Vollbild des Trockenen Auges führt.

Der MANGEL eines hinreichend stabilen Tränenfilms, der dadurch ausgelöst wird, dass entweder nicht genug Tränenflüssigkeit gebildet wird und/ oder diese nicht zu einem stabilen Tränenfilm ausgezogen werden kann, führt zu einen Beschädigung der OBERFLÄCHENGEWEBES der Augenoberfläche.

 

INSTABILITÄT des TränenfIlms und Beschädigung der OBERFLÄCHENGEWEBES sind die beiden PRIMÄREN PATHOLOGIEN beim Trockenen Auge

MANGEL eines hinreichend stabilen Tränenfilms und Beschädigung der OBERFLÄCHENGEWEBES sind die beiden PRIMÄREN PATHOLOGIEN/ Mängel/ Schäden/ die beim Trockenen Auge auftreten. Sie führen zu den Symptomen des Patienten und auch zu den Befunden, die der Augenarzt untersucht, um die Diagnose eines TROCKENEN AUGES zu stellen.

 

Die Störung der Tränenfilm-stabilität entsteht beim Trockenen Auge typischerweise zuerst

Die Störung der Tränenfilmstabilität entsteht beim Trockenen Auge typischerweise zuerst und löst dann nachfolgend, durch die entstehende Austrocknung des Gewebes, eine Beschädigung der sehr empfindlichen Zelloberfläche aus.

Auch wenn die Austrocknung nur lokal stattfindet und nur kurze Zeit andauert bis ein neuer Lidschlag erfolgt, führt Sie doch zu einer Reizung der Nerven mit Augenreizung.

Bei längerem Bestehen der Austrocknung oder typischerweise wenn sich die kurzzeitige Austrocknung bei jedem Lidschlag wiederholt, kann sich diese Störung zur ERKRANKUNG des Trockenen Auges weiter entwickeln.

 

Die Beschädigung des OBERFLÄCHENGEWEBES entsteht typischerweise danach

Die Beschädigung der Gewebeoberfläche entsteht, wie beschrieben, typischerweise durch eine vorbestehende Tränenfilm-Störung und damit erst nach dieser.

Allerdings kann eine Störung/ Beschädigung der Gewebeoberfläche unter bestimmten Bedingungen auch zuerst auftreten.

Die Gesundheit/ Intaktheit/ Stabilität des Tränenfilms ist sehr eng verbunden mit der Gesundheit/ Intaktheit der Gewebeoberfläche. Tatsächlich ist die Gesundheit von Gewebeoberfläche und Tränenfilm sogar direkt voneinander abhängig und sie beeinflussen sich gegenseitig (siehe neben stehende Abbildung).

Daher kann eine Störung der Gewebeoberfläche auch nachfolgend die Stabilität des Tränenfilms stören.

Da beide PATHOLOGIEN/ Störungen des Trockenen Auges jeweils zuerst auftreten können werden sie beide als primär bezeichnet - dies mag auf den ersten Blick vielleicht irritieren, aber letztlich spiegelt es die tatsächlichen Befunde.

Schäden der Gewebeoberfläche können unter bestimmten Bedingungen auch zuerst auftreten

Der Tränenfilm und die Augenoberfläche beeinflussen sich gegenseitig und sind in ihrer Gesundheit und Intaktheit sogar voneinander abhängig - wie die vorherige Animation illustriert. Bei den Fällen von Trockenem Auge, die hierzulande typischerweise auftreten, besteht allerdings meist (grosse Pfeilspitze) zuerst eine Tränenfilmstörung, die dann erst die Gewebeoberfläche schädigt. Deutlich seltener (kleinePfeilspitze) führt eine vorherige Oberflächenschädigung zu einer Tränenfilmstörung.

Eine Gewebeschädigung der Augenoberfläche kann zuerst auftreten, zum Beispiel wenn die Ausreifung und Erneuerung des Gewebes nicht ausreichend funktioniert.

Dies ist der Fall wenn ein wichtiger Reifungsfaktor wie Vitamin A fehlt. Vitamin-A-MANGEL ist in den entwickelten Ländern selten, kommt aber in den weniger entwickelten Ländern der Welt leider häufig vor und ist dort eine der häufigsten Ursachen für ein Trockenes Auge und teils auch von nachfolgender Erblindung.

Die obige Beschreibung was ´typisch´ ist beim Trockenen Auge, beschreibt also letztlich eine recht eingeschränkte Perspektive und gilt nur für die Patienten, die in den Entwickelten Ländern wegen der beschriebenen Symptome einer Augenreizung einen Augenarzt aufsuchen.

Weitere Gründe für eine zuerst auftretende Gewebestörung

  • können auch Nervenstörungen oder Mangel an Nervenwachstumsfaktor (Nerve growth factor, NGF) oder Mangel verschiedener anderer Reifungsfaktoren sein.
  • Ebenso eine Chronische Entzündung durch die immunologische Abstossungsreaktion (Graft-versus-Host-Reaktion) nach einer Knochenmarks-Transplantation sein. Diese wird mit zunehmender Häufigkeit von Knochenmarks-Transplantation entsprechend häufiger beobachtet.
  • Chronische Erkrankungen vor allem mit chronischen Entzündungen allgemein, die systemisch auftreten oder nur am Auge (z.B. bei okulären Pemphigoid oder beim Stevens-Johnson Syndrom), können das Gewebe zuerst schädigen und dann erst nachfolgend den Tränenfilm. Insgesamt aber ist dies im hiesigen Patientengut eher die Ausnahme und eine Tränenfilmstörung tritt wesentlich häufiger zuerst auf.

SEKUNDÄRE Pathogenetische Faktoren laufen in KASKADEN ab und verschlimmern so den Tränenfilm-Mangel und die Gewebe-Schädigung

Der Zustand und Grad der beiden primären Schäden am Tränenfilm und am Gewebe der Augenoberfläche können durch eine Reihe von sekundären Faktoren vorangetrieben werden und verschlimmern so die Erkrankung.

Diese SEKUNDÄREN PATHOGENETISCHEN FAKTOREN sind jeden Kliniker wohlbekannt, wenn auch vielleicht nicht unter dieser Bezeichnung. Sie werden als "Sekundär"  bezeichnet, weil eine vorherige Ursache zu ihrem Auftreten führen muss. Eine erhöhte Salz-Konzentration (Hyper-Osmolarität) der Tränenflüssigkeit zum Beispiel, tritt typischerweise nur nach einer vorherigen vermehrten Verdunstung auf, und diese wiederum bei einer Instabilität des Tränenfilms, die ausgelöst wird durch einen Öl-Mangel bei Störung der Meibomdrüsen.

Mit den Bezeichnungen "Primär"  und "Sekundär"  ist keine Aussage über die vermeintliche "Wichtigkeit/ Bedeutung" der Faktoren gemacht - allerdings kann sich eine beigemessene ´Bedeutung´ durchaus ändern im Verlaufe der Zeit. Vielmehr wird durch diese Terminologie der kausale, dass heisst der tatsächliche Patho-Physiologische, Ablauf des Krankheitsprozesses beschrieben, in dem sekundäre Faktoren erst auftreten als Folge einer anderen Veränderung, die vorher da war.  

Diese Sekundären Faktoren lösen sich gegenseitig aus in Form einer KASKADE. Das bedeutet, dass eine Störung das Gewebe so schädigt, dass weitere und gravierendere Störungen auftreten, die dann weitere Folgen auslösen ... und wo weiter.  So wird der Erkrankungsprozess vorangetrieben und verschlimmert.

 

Wichtige Sekundäre Faktoren für den Tränenfilm-Mangel bilden KASKADEN und sind untereinander auch vernetzt

Wichtige Sekundäre Faktoren für den Tränenfilm-Mangel kann man in stark vereinfachter Form folgendermassen beschreiben:

  • reduzierte Stabilität des Tränenfilms
    • => löst aus
  • kurze Tränenfilm Aufbruchszeit  
    • => löst aus
  • vermehrte Verdunstung der wässrigen Hauptphase des Tränenfilms
    • => löst aus
  • erhöhte Konzentration (Hyper-Osmonarität) der Tränen durch die Salze und Proteine, die bei Verdunstung von Tränenwasser zurückbleiben
  • Trockene Stellen (engl.: Dry Spots´) entstehen an solchen Stellen, an denen der Tränenfilm aufgebrochen ist
    • => löst aus
  • Benetzungs-Störungen, die zur Austrocknung der Augenoberfläche führen
    • => löst aus  
  • verminderte ´Schmierung´ der Augenoberfläche
    • => löst aus
  • Erhöhte Reibung zwischen dem Augapfel und den Augenlidern beim Blinzeln

Es ist schwierig, die verschiedenen Sekundären Tränenfilm-Störungen EXAKT den Ausfällen einzelner Tränenfilm-Phasen zuzuordnen

In der Abbildung der sekundären Faktoren des Tränenmangels / Tränenfilm-Störung wurde versucht. diese den einzelnen bekannten Ausfällen und Mangelzuständen einzelner Tränenfilm-Bestandteile, als z.B. einem wässrigen Mangel oder einer Lipid-Störung zuzuordnen.

Dies ist in beschränktem Masse möglich, allerdings ist eine scharfe Trennung dabei schwierig, da die verschiedenen sekundären Faktoren der Tränenfilm-Störung untereinander Netzwerke bilden und sich gegenseitig beeinflussen. 

Historisch, also in der Entwicklung verschiedener Modelle vom Tränenfilm und von der Erkrankung des Trockenen Auges, gibt es gewisse ´typische´ Zuordnungen.

So wírd ein Mangel an Tränen-WASSER (´Wässriger Mangel´ engl.: ´Aqueous Deficiency´) meist mit Benetzungs-Störungen verbunden, die zur Ausbildung von Trockenen Stellen (engl.: ´Dry Spots´) auf der Augenoberfläche führen, und im Weiteren zu erhöhter Reibung und chronisch mechanischer Irritation.

Aber auch ein Mangel der Schleimstoffe (MUZINE), die sich in und auf der Oberfläche befinden und für die Benetzbarkeit der Augenoberfläche verantwortlich sind, würde zu einer reduzierten Benetzbarkeit der Epitheloberfläche und damit zu einem ´Dry Spot´ führen.

Störungen und Mängel der LIPIDE des Tränenfilms werden aktuell typischerweise mit einer Instabilität des Tränenfilms und einer kurzen Tränenfilmaufbruchszeit (TAZ/ BUT) und entsprechend mit einer vermehrten Verdunstung von Wasser und einem entsprechend erhöhten Salzgehalt des Tränenfilms assoziiert. In einem reduzierten Verständnis des Trockenen Auges wird die Hyperosmolarität sogar als Hauptverursacher des Trockenen Auges betrachtet. Allerdings tritt eine Hyperosmolarität typischerweise immer erst sekundär nach anderen Störungen auf und die Instabilität des Tränenfilms verursacht ebenso eine erhöhte Reibung mit chronisch mechanischer Irritation.

Die wesentlichen sekundären Faktoren sind Hyper-Osmolarität und ChronischE ReiBung

Die beiden wesentlichen Sekundären Faktoren des Tränenfilm-Mangels sind letztlich

  • die chronisch erhöhte Reibung mit chronischer mechanischer Reizung des Gewebes
  • die erhöhte Konzentration (Hyper-Osmolarität) der Tränenlösung auf dem Auge

Der GEWEBE-SCHADEN der Augenoberfläche wird ebenfalls durch KASKADEN von Sekundären Pathogenetischen Faktoren verschlimmert

Ähnlich wie bei der Tränenfilm-Störung gibt es auch beim GEWEBE-SCHADEN der Augenoberfläche verschiedene Sekundäre Pathogenetische Faktoren, die in Kaskaden ablaufen. Hierdurch wird ebenfalls die Störung und der Krankheitszustand verschlimmert.

Die zunehmende Gewebestörung bei Trockenen Auge äussert sich so, dass auch die Funktion zunehmend eingeschränkt wird.

Die chronische Oberflächenschädigung löst eine PLATTENEPITHEL-METAPLASIE des Epithels aus:

  • es werden die kleinen fingerartigen Zellfortsätze (Mikrovilli) beschädigt, die einen feinen Flor auf der Zelloberfläche bilden, ähnlich einem weichen Teppich
  • es verschwinden die Schleimstoffe/ Muzine, die in der Zellmembran befestigt sind (integrale Muzine der Glykokalyx) und das Wasser der Tränen an die Zelloberfläche binden.
  • es verschwinden die Becherzell-Drüsen in der Bindehaut und damit die Produktion der freien Schleimstoffe/ Muzine,  die das Wasser in ein Muzin-Wasser-Gel umwandeln und an der Augenoberfläche halten.
  • durch die chronische Schädigung wandelt sich das gesamte EPITHEL um von rundlichen Zellen vermischt mit Becherzellen => in flache Zellen mit gestörten Mikrovilli und ohne Becherzellen
  • => insgesamt wird dieses Schädigung bezeichnet als "PLATTENEPITHEL-METAPLASIE"

Die Schädigung und das Verschwinden der Schleim-bildenden Becherzellen und die Umwandlung des Epithels in ein Plattenepithel werden durch das Vorliegen von Entzündungsmediatoren im Gewebe begünstigt. Daher ist die Plattenepithelmetaplasie bereits Ausdruck einer anfänglichen sub-klinischen Entzündung.

Die entzündliche Schädigung von nervenfasern der Hornhaut ist das wesentliche Konzept für zunehmenden Tränenmangel

Weiterhin schädigen Störungen der Oberfläche des Augapfels, vor allem der Kornea, einschliesslich der zahlreichen sensiblen Nervenfasern, die wichtig für die Regulation des Tränenflusses sind. Die sensible Nervenfunktion (über den Trigeminusnerven, V) ist der zuführende Teil eines Nervösen Reflexbogens , der im Hirnstamm verschaltet wird und die Tränen-Produktion der Tränendrüse und vermutlich auch der anderen Augendrüsen regelt. Die Drüsen werden über den sekretormotorischen Anteil des Gesichtsnerven (N. facialiis, VII) gesteuert.  DieStörung dieses Regelkreises durch Entzündung der Augenoberläche beim Trocknen Auge ist das wichtigste Konzept zum Verständnis, warum die Tränenmenge mit zunehmender Schwere des Trockenen Auges weiter abnimmt. 

ENTZÜNDUNG ...  ein kurzer Blick auf einen uralten aber gefürchteten Verteidungsmechanismus des Körpers

Schädigung von Gewebe löst eine ENTZÜNDUNG aus

Entscheidend ist, dass die chronische Irritation, Stimulierung und Beschädigung des Oberflächengewebes, also zuerst der oben liegenden Epithelschicht, zu einer Aktivierung der Zellen führt und eine Entzündungsreaktion auslöst. Es ist wichtig sich klar zu machen, dass eine Entzündungsreaktion eine sehr grundlegende Verteidigungsstrategie von Körpergewebe und Zellen ist, sich gegen jede Art von schädigender Einwirkung durch eine Entzündung zu schützen. Sie hat die angestrebte Funktion, die wahrgenommene ´Schädigungsquelle´ zu eliminieren, was im Falle von Bakterien und anderen Mikroorganismen die Zerstörung bedeutet. Daher fahren die Zellen sehr wirksame Verteidigungsmechanismen auf um sicher zu stellen, dass der ´Schädiger´ vernichtet wird. Danach werden dann Reparaturmassnahmen eingeleitet

´NEBENWIRKUNGEN´ von Entzündungsreaktionen sind weitere Schädigungen des eigenen Gewebes in das Absicht den ´Schädiger´ zu Beseitigen

Entzündungsreaktionen sind gerade wegen ihrer Effektivität gefürchtet. Denn der Körper macht eine möglichst aggressive Vernichtungsstrategie, um den wahrgenommenen ´Schädiger´ zu vernichten. Dabei geht es quasi um ´Sein oder Nicht-Sein, was bei wirklich gefährlichen Mikroben auch wirklich sinnvoll wäre. Daher wird bei der Entzündungsreaktion das Risiko in Kauf genommen, eigenes Gewebe mit zu schädigen. Nach der ´Verteidigungsschlacht´ muss dann eine Gewebereparatur durchgeführt werden, die bei der Entzündung sozusagen ´im Service enthalten´ ist.

Auch die anfangs geringen Reize beim Trockenen Auge werden als gravierende Schädigung wahrgenommen und lösen eine Entzündungsreaktion aus

So wird eben auch eine chronische Reibung oder eine Hyper-Osmolarität der Tränen als ´Schädiger´ und ´Angreifer´ wahrgenommen, den es in einer Entzündungreaktion zu beseitigen gilt. Da aber eine Entzündungsreaktion bei Fehlregulation auch überschiessend sein kann oder sogar gegen harmlose Reize gerichtet sein kann, kommt es dann lediglich zu einer Schädigung des eigenen Gewebes ohne jeden ´Nutzeffekt´. Daher haben Entzündungen nicht nur bei Klinikern sondern auch bei Patienten keinen guten Ruf.

 

Lidrand-Parallele Konjunktivale FaltenLIPCOF´) sind ein typisches Zeichen deS Gewebe-UMBAUS bei fortgeschrittenem Trockenen Auge

Durch die chronische Entzündungsreaktion beim Trockenen Auge wird die normale Struktur des Bindgewebes (hellgrüner Bereich unter der rosa markierten Epithelschicht) stark aufgelockert. Die langen Kollagenfaserbündel werden zerschnitten durch Protein-auflösende Enzyme (Proteasen) und viele Entzündungszellen (hier rot markiert) kommen im Gewebe vor und lockern es weiter. Dadurch wird die dann sehr lockere Bindehaut durch den Lidrand beim normalen Lidschlag in sichtbaren Falten aufgeschoben.

Allerdings wechseln sich bei einer chronischen Entzündung wenn die Reizung fortbesteht, immer neue Entzündungs-schübe ab mit Reparatur-Versuchen, die vor ihrer Vollendung immer wieder durch einen neuen Entzündungsschub gestört werden.

Dadurch bleibt der Reparaturversuch erfolglos und, statt einer wieder funktionstüchtigen Herstellung des ursprünglichen Gewebes, bildet sich mit der Zeit ein gestörtes Reparaturgewebe.

Beim Bindegewebe der Augenbindehaut kann dies zuerst zu einer abnormen Lockerung der Konjunktiva (´Konjunktivochalasis´) führen, die sich schon beim normalen Lidschlag durch die mechanische Wirkung eines Schneepfluges in Falten schiebt. Entsprechend werden diese Falten als Lidrand-Parallele Konjunktivale Falten (abgekürzt als ´LIPCOF´) bezeichnet und sind ein wichtiges klinisches Zeichen des fortgeschrittenen Trockenen Auges. Letztlich zeigen LIPCOF-Falten die Anwesenheit einer chronischen Entzündung an der Augenoberfläche an.

Chronische Entzündungsreaktionen zerstören durch ständige Entzündungsschübe, die sich mit frustranen Reparaturversuchen ablösen, zunehmend die Augenoberfläche

Bei längerem Fortbestehen der erfolglosen Reparaturversuche bei der chronischen Entzündung kann sich auch Narbengewebe bilden, das zu Schrumpfungen neigt. Hierdurch kann die Umschlagfalte der Bindehaut (Fornix) verkürzt werden, oder der Lidrand zunehmend nach innen gezogen werden (Entropium). oder die Lage der Meibomdrüsen-Öffnungen nach hinten zur Konjunktiva verzogen werden (Retroposition). Alle diese Veränderungen vermindern die normale Funktion der Augenoberfläche.

 

Entzündungen können effektiv selbstverstärkender Kaskaden der Krankheitsverschlimmerung auslösen

Entzündungsreaktionen sind weiterhin gefürchtet, weil die sehr mächtigen Werkzeuge, dass heisst die biochemischen und immunologischen Mechanismen die verwendet werden, um die Abwehrreaktion möglichst effektiv zu gestalten den Krankheitsverlauf stark negativ beeinflussen können. Dies geschieht durch die Aktivierung selbstverstärkender Kreisläufe (Teufelskreise, engl.: ´Vicious Circles´) der Krankheitsverschlimmerung, die besonders auch das Trockene Auge in eine ernsthafte Bedrohung der Sehkraft verwandeln können.

Durch die beschriebenen Zellschädigung der Augenoberfläche kommt es zur Aktivierung der Epithelzellen, die dann Botenstoffe (Entzündungsmediatoren) bilden, die andere Zellen aktivieren und eine Entzündungsreaktion beginnen können. Hierzu gehört die Bildung von Molekülen an der Zelloberfläche (wie MHC-II) und die Produktion von löslichen entzündlichen Zellbotenstoffen (Zytokinen), die in das Gewebe abgegeben werden.

Chronische Entzündung ist ein wichtiger Verstärkungsmechanismus beim Trockenen Auge und führt zu fortschreitendeR Gewebe-ZERSTÖRUNG

Schematische grafische Darstellung der Entzündungsreaktionen beim Trockenen Auge aus einer eigenen Arbeit in ´The Ocular Surface, 2005´. Die Reaktionen entsprechen denen die im nebenstehenden Text näher erläutert sind.

  • eine erhöhte Durchlässigkeit der Gefässe, die zum Ödem führt
  • eine erhöhte Einwanderung von Entzündungszellen
  • die Aktivierung weiterer Zellen in der Umgebung die die Entzündung, durch die Produktion weiterer Entzündungs-mediatoren, verstärken
  • Umwandlung des normalen Bindehautepithels in einen anderen Typ (Plattenepithel-metaplasie)
    • Verschwinden der Schleim-produzierenden Becherzellen
    • => Benetzungs-störungen
    • Umwandlung der rundlichen Epithelzellen in Plattenepithel
  • die Bildung von Gewebe-auflösenden Proteasen ... in der guten Absicht ´Platz zu schaffen´ für die herein strömenden Entzündungszellen
    • dies führt z..B zur Zerstörung des Bindegewebes und der Bildung von Lid-Parallelen-Conjunctivalen Falten (LIPCOF), die entsprechend ein Zeichen eines fortgeschrittenen Trockenen Auges sind
  • Aktivierung von Immunzellen und damit die Auslösung einer sehr mächtigen Immun-modulierten Entzündungsreaktion
    • Im Tierexperiment an der Maus konnte sogar die Entstehung von Auto-Immunreaktionen gegen das Gewebe der Augenoberfläche beobachtet werden
  • Überschiessende Reparaturmechanismen, die sich immer wieder mit neuen Schüben der Entzündung ablösen, und daher kein funktionstüchtiges Gewebe bilden können, sondern letztlich nur Narbengewebe

Die pathophysiologische Ordnung (HIERARCHIE) im Krankheitsverlauf erleichtert das Verständnis des Trockenen Auges

PRIMÄRE PATHOLOGIEN/ Störungen werden durch Kaskaden von SEKUNDÄREN Pathogenetischen Faktoren ´regiert´

Wenn man den Krankheitsprozess des Trockenen Auges zusammenfassend betrachtet, kann man feststellen, dass PRIMÄRE PATHOLOGIEN/ Störungen durch Kaskaden von SEKUNDÄREN Pathogenetischen Faktoren ´regiert´ werden, die den Krankheitsverlauf voran treiben und die Krankheit dadurch verschlimmern.

Dies betrifft sowohl den TRÄNENFILM-Mangel wie auch den GEWEBE-Schaden, die beide durch Sekundär entstehende Faktoren ´regiert´ werden

 

REGULATORISCHE SYSTEME des Körpers wirken auf die ORGANE für die Bildung von Tränenflüssigkeit und ihre Verteilung zum Tränenfilm

Weiterhin gibt es ´Unterliegende´ REGULATORISCHE SYSTEME des Körpers, die vor allem auf die Organe der Augenoberfläche wirken, ihre Funktion regulieren und so für die Bildung von TRÄNEN-Flüssigkeit. Auch sorgen sie dafür, dass die Tränen an der Augenoberfläche anhaften können und für ihre Verteilung in einen TRÄNENFILM bilden.

 

 

 

 

Innere und Äussere EINFLUSSFAKTOREN mit SCHÄDLICHER Wirkung auf die Augenoberfläche und die Tränen sind RISIKO-FAKTOREN für ein TROCKENES AUGE

INNERE und ÄUSSERE EINFLUSSFAKTOREN wirken auf die Produktion der Tränen in den DRÜSENORGANEN und auf die fertigen Tränen auf dem Auge - NEGATIVE Einflussfaktoren sind RISIKO-FAKTOREN für ein Trockenes Auge

Die INNERE und ÄUSSERE EINFLUSS-FAKTOREN. sind beim Trockenen allgemein ähnlich wie bei der Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD), die die häufigste primäre Ursache für das Trockene Auge ist. Es sind negative Einflüsse, die darum auch als RISIKO-Faktoren für die Entstehung und Verschlimmerung eines Trockenen Auges betrachtet werden können. 

ÄUSSERE Einfluss-Faktoren wirken vor allem auf die (fertige) Tränenflüssigkeit auf dem Auge und stören diese - sie werden daher ausführlich im Kapitel zu ´Tränen und Tränenfilm´ behandelt. Es handelt sich hierbei vor allem um austrocknende Umweltfaktoren wie erhöhte Temperatur, niedrige Luftfeuchte, hohe Windgeschwindigkeit, die den Tränenfilm schneller austrocknen lassen. Aber auch Sehaufgaben mit seltenem Blinzeln, die die recht kurze Stabilität des Tränenfilms überfordern, sowie Kontaktlinsentragen, dass die Verdunstungsrate der Tränen erhöht.

    Unterliegende URSACHEN für das Versagen von Tränen-Produktion oder Film-FORMATION sind typischerweise GESTÖRTE REGULATIONSSYSTEME

    REGULATORISCHE SYSTEME wirken auf die ORGANE der Augenoberfläche und sorgen für die normale Funktion

    Wenn die REGULATIONSSYSTEME der Augenoberfläche GESTÖRT SIND dann kann es zu Funktionsstörungen kommen, die die grundlegenden Funktionskomplexe für die Feuchterhaltung der Augenoberfläche schädigen ... und daher zu der prototypischen Erkrankung führen, die immer dann eintreten kann, wenn die Befeuchtung gestört ist ... das TROCKENE AUGE.

    Die   REGULATORISCHEN SYSTEME werden ´unterliegend´ genannt, da sie typischerweise die normale Reifung, das Wachstum und die Regeneration der Gewebe steuern und so dafür sorgen, dass die Augenoberfläche überhaupt intakt ist und bleibt und funktionieren kann und sich normal regeneriert. Das Epithel der Kornea zum Beispiel regeneriert sich ständig, um gesund zu bleiben. Dies trifft im Prinzip auf alle Organe der Augenoberfläche zu.

    • Vor allem Hormone, Wachstumsfaktoren und andere lösliche Faktoren, die über das Blutsystem angeliefert werden oder lokal im Gewebe gebildet werden, sorgen dafür dass die Organe der Augenoberfläche gesund heranreifen, wachsen und sich regenerieren.
    • Das Nervensystem regelt u.a. die aktuellen Funktionsanforderungen an das Gewebe, die jeweils notwendig sind. Dies betrifft z.B. die Bildung des notwendigen Volumens der Tränenkomponenten - in der Hauptsache Wasser, Schleimstoffe, Öl, daneben aber auch viele andere Stoffe. Auch die Häufigkeit des Lidschlages und viele andere Funktionen werden geregelt durch das Nervensystem.
    • Das Immunsystem sorgt für die Abwehr von Infektionen aber auch für einige andere wichtige Funktionen zur Erhaltung der Gesundheit der Augenoberfläche, Andererseits kann das Schleimhautimmunsystem der Augenoberfläche aber auch dereguliert/ fehlgesteuert werden durch bestimme Krankheitsbedingungen, wie chronische Entzündungen durch chronische Reize, wie sie gerade durch die chronischen Tränenfilmstörungen beim Trockenen Auge vorkommen. Ein fehlgesteuertes mukosales Immunsystem kann dann zu einem wichtigen Treiber von Entzündungsreaktionen werden. Das ist nicht nur z.B. bei chronischen Darmerkrankungen so, sondern trifft auch auf das Trockene Auge zu und ist ein wesentlicher Erklärungsansatz für das Vorkommen von Selbstverstärkungsmechanismen beim Entzündlichen Trockenen Auge.

    Die Krankheitsentwicklung wird auch beeinflusst durch RISIKO FAKTOREN

    interne systemische Risikofaktoren

    Die Pathophysiologie der Krankheitsentwicklung des Trockenen Auges ist noch nicht komplett entschlüsselt, aber es ist bekannt, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit zunimmt durch:

    Verschiedene RISIKOFAKTOREN begünstigen das Auftreten eines Trockenen Auges. Dazu zählen neben erhöhten Lebensalter sowie vermindertem Spiegel männlicher Geschlechtshormone (Androgene) und erhöhtem Spiegel weiblicher Geschlechtshormone - ebenso chronische Erkrankungen und chronische Medikation, wie auch Mangel an bestimmten Nährstoffen (z.B. Omega-6-Fette) und ungenügende Trinkmenge.

    • die Menge und Wirkung der GESCHLECHTSHORMONE
      • wobei, nach den bisherigen Studien, männliche Androgene, zumindest beim Erwachsenen, generell förderlich für die Drüsenfunktion erscheinen während weibliche Östrogene eher negativ wirken
      • daher ist das Trockene Auge generell häufiger bei Frauen
    • höheres LEBENSALTER
      • mit zunehmendem Lebensalter tritt eine allgemeine Veränderung und Reduzierung der Organfunktionen ein, die auch vor der Augenoberfläche nicht halt macht
      • ausserdem geht die Alterung einher mit einer Veränderung der Mengen von Geschlechtshormonen
    •  SYSTEMISCHE ERKRANKUNGEN 
      • vor allem verschiedene Hauterkrankungen, wie seborrhoische Dermatitis oder Rosazea der Gesichtshaut, sind typischerweise verbunden mit einem Trockenen Auge
      • aber auch generelle Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Rheumatische Erkrankungen, Kollagenosen, Abstossungsreaktionen (Graft-versus-Host-Reaktion) nach Knochenmarkstransplantation, usw.
      • Genetische Störungen, Erbkrankheiten können, die Augenoberfläche stören, z.B.
        • wenn sie die Hormonwirkung betreffen, wie beim Peripheren Androgenrezeptor-Defekt, wobei trotz ausreichend Androgen im Blut seine Wirkung im Körper nicht eintreten kann
        • bei Ektodermalen Dysplasien, bei denen es zu Bildungsstörungen der Hautanhangsgebilde kommt, was zumindest die für den Tränenfilm äusserst wichtigen Öl-produzierenden Meibomdrüsen in den Augenlidern schädigt
    • CHRONISCHE MEDIKATION
      • als Augentropfen oder oral, kann ebenso negative Einflüsse auf die Funktion der Augenoberfläche haben. Dies betrifft zahlreiche Pharmaka-Klassen von Antihistaminika bei Allergie, einige Anti-Depressiva (allerdings ist auch die Depression selbst bereits in erhöhter Weise mit dem Trockenen Auge korreliert), einige Mittel gegen hohen Blutdruck (z.B. die sogen. Beta-Blocker) etc.
    • DIÄTETISCH - Mangel an Nährstoffen und Wasser
      • es wird ein Mangel an bestimmten Nährstoffen (z.B. Omega-6-Fette) aber auch Vitamin A (Vit.A) in Verbindung mit dem Trockenen Auge gebracht
      • auch so banale Dinge wie eine ausreichende Trinkmenge sind wichtig für eine ausreichende Tränenproduktion.

     

    ÄUSSERE Umwelt-bedingte RISIKO FAKTOREN

    Äussere RISIKOFAKTOREN in der Umwelt bestehen vor allem in Faktoren, die die Austrocknung des Auges begünstigen. Dies kann geschehen entweder indem die Verdunstung direkt erhöht wird, wie hohe Temperaturen, trockene Klilmaanlagenluft und Wind oder indem Sie die Verdunstung indirekt erhöhen durch verminderten Lidschlag und damit verminderte Freisetzung von Meibomöl und seltenere Erneuerung des Tränenfilms. Kontaktlinsentragen kann ebenfalls die Verdunstung erhöhen und Kontaklinsen haben generell höhere Ansprüche an die Tränenmenge und Qualität so daß beim Linsentragen ein sonst gerade noch ausreichender Tränenfilm problematisch werden kann. 

    Das Trockene Auge wird auch begünstigt durch AUSSERE RISIKOFAKTOREN in der Umwelt

    • Umweltfaktoren,
      • die eine Austrocknung der Augenoberfläche begünstigen
        • wie Trockene Raumluft, hohe Windgeschwin-digkeit (Lüfter, Klimaanlage), hohe Temperatur oder Kontaktlinsen
    • ´Sehaufgaben´ (das sind besondere Tätigkeiten mit speziellen Anforderungen an das Auge)
      • die ein vermindertes Blinzeln begünstigen
        • wie konzentrierte Arbeit an Computer-bildschirmen - (siehe oben)
    • Kontaktlinsen Tragen
      • unabhängig vom Linsentyp (hart oder weich) kann die Meibomdrüsen offenbar negativ beeinflussen, zumindest wenn die Kontaktlinsen langjährig über viele Jahre getragen werden.
      • Langjähriges Kontaktlinsen Tragen führt zum Verschwinden von Gewebe der Meibomdrüsen zusammen mit einer Verschlechterung des Tränenfilms und dem Auftreten von Symptomen des Trockenen Auges wie von Reiko ARITA und Kollegen in Tokyo berichtet wurde.
    • Entzündliche Erkrankungen der tarsalen Konjunktiva des Augenlides bei Okulärer Allergie ähnliche Effekte und haben wie dieselbe Forschergruppe in einer weiteren Studie nachweisen konnte.

    Das Trockene Auge kann zu einer ´ZivilisationsKRANKHEIT´ werden

    Oft treten mehrere von diesen ´Äusseren Risikofaktoren´ gemeinsam auf, z.B. bei konzentrierter Bildschirmarbeit in klimatisierten Räumen mit warmer, trockener Raumluft. Da ein Trockenes Auge in diesem Kontext besonders häufig auftritt, gibt es sogar eine eigene Bezeichnung hierfür: ´Office Eye´ (Büroauge).

      Meibomdrüsen-Dysfunktion (MDD) ist die Hauptursache für das Trockene Auge.

      Eine STÖRUNG der MEIBOMDRÜSEN, die MeibomDrüsen Dysfuktion (MDD) ist die häufigste primäre Ursache für die Entwicklung eines Trockenen Auges. Dies ist typischerweise eine Drüsenverstopfung mit eingedicktem Sekret. Sie führt zu einem Mangel von Meibomöl auf dem Tränenfilm und damit zu erhöhter Verdunstung der wässrigen Tränen und einem nachfolgenden Trockenen Auge.

      Von den Störungen der Drüsensekretion als Grund für die Entwicklung eines Trockenen Auges sind am häufigsten die Öl produzierenden Meibomdrüsen betroffen.

      Die sogenannte Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD), die hier aufgrund ihrer Bedeutung in einem eigenen Kapitel besprochen wird, ist meist bedingt durch eine Verstopfung der Drüsenöffnung am hinteren Lidrand. Durch diese kleinen Öffnungen geben die, selbst in der Tiefe des Augenlides gelegenen, Öl produzierenden Meibomdrüsen ihre Lipide auf den Lidrand und auf den Tränenfilm ab.

      Auf dem Tränenfilm sorgt die äußere Öl-Schicht dann, wie der Deckel auf einem Topf mit warmem Wasser, dafür, dass die Verdunstung der wässrigen Tränen reduziert wird und damit der Tränenfilm länger stabil bleibt.

       

      Die MDD kann (anfangs) ohne Symptome verlaufen aber dennoch bereits zu einer Schädigung des Drüsengewebes führen

      Die Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD) einzelner Drüsen kann auch ohne subjektive Symptome des Patienten ablaufen, da durch die grosse Zahl der Meibomdrüsen in den Augenlidern ein Überschuss an Öl besteht und so zuerst keine Beschwerden auftreten. Dies Form der MDD nennt man Nicht-Offensichtliche MDD (NOMDD). Diese Störung ist vermutlich weit verbreitet und die ´normale´sichtbare und symptomatische MDD ist vermutlich nur die Spitze des Eisberges der wirklichen Drüsenerkrankung. NOMDD wird ohne genaue Diagnostik erst entdeckt, wenn so viele Drüsen erkrankt sind, dass es zu einem absoluten Mangel an Öl und dann zu einem instabilen Tränenfilm kommt.

      In Kontrast zum Trockenen Auge, das definitionsgemäss immer Beschwerden macht, kann die Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD)  auch vorkommen ohne Beschwerden zu verursachen.

      Diese Form wird als ´Unauffällige/ Verborgene oder Nicht-Offensichtliche MDD´ (im Englischen als ´Non-Obvious´ MGD oder NOMGD) bezeichnet. Im Deutschen wäre also die Abkürzung NOMDD die richtige Entsprechung.

      Die Anzahl der Menschen, die NOMDD noch ohne Symptome haben, ist vermutlich noch wesentlich höher als die Anzahl der Patienten, die bereits auch Symptome eines Trockenen Auges zeigen. Es wird vermutet, dass die Mehrzahl der Menschen über etwa 60 Lebensjahren bereits eine NOMDD haben ... mit dem Risiko einer ´verborgenen´ Drüsenschädigung.

      Was klinisch GESEHEN wird als symptomatisches Trockenes Auge bei symptomatischer MDD ist daher vermutlich nur die ´Spitze des Eisberges´ der chronischen Augenoberflächen-Erkrankungen aus dem Formenkreis des Trockenen Auges.

       

      SELBSTVERSTÄRKENDE REGELKREISE der Krankheitsverschlimmerung (angedeutet durch sich drehende Kreise) verschlimmern die in der Mitte dargestellten krankhaften Veränderungnen von TRÄNENMANGEL (Mitte oben) und GEWEBEZERSTÖRUNG (Mitte unten) - ALLE DETAILS dazu finden Sie beim NEUEN HOLISTISCH DYNAMISCHEN KONZEPT für das TROCKENE AUGE.

      Selbstverstärkende Negative Regelkreise (Teufelskreise) können das Trockene Auge verschlimmern

      Das TROCKENE AUGE kann sich verschlimmern durch selbst-verstärkende Regelkreise (oft als sogen. ´Teufelskreise´ bezeichnet

      • sie entstehen, wenn eine krankhafte Veränderungen weitere Störungen hervorruft, die dann direkt oder über Umwege das auslösende Problem noch verstärken.
        • zum Beispiel: schädigt ein instabiler Tränenfilm die oberflächliche Epithelschicht der Augenoberfläche aber an einer geschädigten Augenoberfläche haftet der Tränenfilm schlechter und daher verschlechtert dies die Tränenstabilität weiter - so kann ein Teufelskreis entstehen.
      • solche selbstverstärkenden Regelkreise werden oft durch Enzündungsreaktionen angetrieben und verstärkt, kommen aber auch ohne Entzündung bereits vor wie das Beispiel zeigt
      • dies kann letztlich zur Fortschreitenden Zerstörung der Augenoberfläche führen

       

      Das Trockene Auge ist eine erhebliche Belastung für das Individuum und für die Gesellschaft

      HÖHERES LEBENSALTER zusammen mit dort zunehmend auftretenden gesundheitlichen Problemen wie Chronische Erkrankungen und auch chronische Einnahme mehrerer Medikamente, von denen einige die Funktion der Augneoberfläche negativ beeinflussen können, ist ein Hauptrisikofaktor für die Erkrankung des Trockenen Auges.

      ... ein Trost mag sein - Wenn man weise wird dann nimmt leider auch das Risiko für ein Trockenes Auge zu- ob auch das Gegenteil zutrifft ist nicht bekannt ;-)

      Das Trockene Auge ist belastend und führt zu einem Verlust an Lebensqualität und von Produktivität bei der Arbeit.

      Dies bedeutet eine erhebliche Belastung für das Leben und Wohlbefinden des Patienten und ist auch eine erhebliche ökonomische Belastung für die Sozialsysteme.

      Durch das bekannte Phänomen der ´ALTERNDEN GESELLSCHAFT´ werden sich diese Belastungen in Zukunft vermutlich noch erhöhen, da ein zunehmendes Lebensalter einer der wesentlichen begünstigenden Faktoren für das Trockene Auge ist.

      Ein tieferes Verständnis aller Aspekte der Erkrankung des Trockenen Auges sowie über neue Methoden in Diagnostik und Therapie sind daher sehr erstrebenswert.  

       

      Dazu will auch dieses ´INFORMATIONS-PORTAL für die AUGENOBERFLÄCHE und das TROCKENE AUGE´

      des Ocular Surface Center Berlin (OSCB) - das Berliner Forschungszentrum für die Augenoberfläche - beitragen.

      ... wenn Sie Ihnen die Informationen hier gefallen ... bitte weiter sagen!