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Auf dieser Seite finden Sie ausschliesslich verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Behandlung des Trockenen Auges:


Entzündungsreaktionen sind ein wichtiger Faktor beim Trockenen Auge

Durch die Gewebestörung und Verletzung entstehen Entzündungsreaktionen - dies sind eigentlich nützliche Versuche des Körpers den schädlichen Reiz zu zerstören und eine Reparatur des Gewebes durchzuführen. Beim Trockenen Auge ist die Tränenfilmstörung und damit die Gewebereizung aber chronisch ... und dadurch wird auch die Entzündung chronisch. Dann verwandelt sie sich in einen negativen und destruktiven Prozess der immer stärker wird. Dadurch entstehen selbstverstärkende Regelkreise (´Teufelskreise´) der Krankheitsverschlimmerung.

Eine Therapie der chronischen Entzündungsreaktion kann daher bei vielen Patienten mit moderatem bis schwerem Trockenen Auge ein wichtiger Teil der Behandlung sein.

Kortikosteroid Augentropfen

Eine lokale Therapie an der Augenoberfläche bei entzündlichem Trockenen Auge kann z.B. mit Kortison Augentropfen durchgeführt werden. Typischerweise ist dies bereits schnell und effektiv wirksam gegen Reizung und Rötung des Auges. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass Kortison im Auge zu gut bekannten Nebenwirkungen führen kann, wie mögliche Katarakt Progression und Entstehung oder Verschlimmerung eines erhöhten Augendrucks. Daher wird meist empfohlen, Kortison Augentropfen nicht dauerhaft und nicht in hoher Dosierung zu geben.


Cyclosporin A (CsA) Augentropfen

Cyclosporin A ist ein sehr potentes Immunsuppressivum, das über eine Hemmung der Aktivierung von T-Lymphozyten wirkt.

Durch die chronischen Entzündung bei moderatem bis schwerem trockenen Auge kommt es zu einer fortschreitenden Gewebezerstörung. Hierdurch wird die natürliche immunologische Toleranz der Augenoberfläche durchbrochen und das Schleimhautimmunsystem dereguliert und aktiviert.

Es ist in Studien nachgewiesen, dass die anfängliche subklinische Entzündung beim Trockenen Auge so zu einer chronischen T-Zell regulierten Entzündung wird, die sehr hartnäckig sein kann. Daher kann eine Immunsuppression indiziert sein, die sich spezifisch gegen die Aktivierung der T-Zellen richtet, wie dies bei Cyclosporin A der Fall ist. Bei lokaler Anwendung am Auge als Tropfen wird das Risiko von Nebenwirkungen als geringer beurteilt, als bei systemischer Anwendung.


Macrolid Antibiotika

Makrolid Antibiotika haben eine antibiotische und auch eine anti-entzündliche Wirkung. Ihre primäre Indikation ist die bakterielle Konjunktivitis. Allerdings spielt ein überschiessendes Bakterienwachstum offenbar auch eine Rolle bei der chronischen Lidentzündung/ Blepharitis und bei der Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD), die als häufigste Ursache für das Trockene Auge gilt. Studien haben gezeigt, dass dies eine nützliche off-Label Indikation für Macrolid Antibiotika sein kann.

In diesem Zusammenhang kann das Macrolid Antibiotikum Azitromycin lokal am Auge als Augentropfen therapeutisch angewendet werden.

Azithromycin

Azithromycin bietet ein breites antibiotisches Wirkungsspektrum gegen die häufigsten Erreger bakterieller Konjunktivitis: Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Chlamydiae. Ausserdem bietet Azithromycin bei topischer Anwendung einige weitere Vorteile, wie hohe intrazelluläre Penetration, lange Bioverfügbarkeit, schnelle Verteilung im Gewebe, Lange Verweildauer im oberflächlichen Augengewebe.


Tetrazyklin systemisch als Tabletten

Tetrazyklin in niedriger Dosierung unterhalb der antibiotischen Wirkschwelle als Tabletten wird seit längerem empfohlen für die Therapie der chronischen Blepharitis. Bei einer chronischen Gabe über Monate ist einer der wesentlichen Wirkmechanismen eine Hemmung der bakteriellen Enzyme, die das Öl der Meibomdrüsen, innerhalb der Drüse und auf dem Lidrand, zersetzen. Durch die Verhinderung von reizenden Fettsäuren hat diese Tetrayzklintherapie auch eine anti-entzündliche Wirkung. Neben der der chronischen Lidentzündung/ Blepharitis, sowie einer oft vergesellschafteten Rosacea, wird auch die Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD), die als häufigste Ursache für das Trockene Auge gilt, günstig beeinflusst.

Bei Tetrazyklinen muss immer an die verschiedenen Nebenwirkung gedacht werden. Dies sind z.B. die Ablagerung in den Hartgeweben des Körpers (Knochen und Zähne), Daher besteht eine Kontraindikationen u.a. für die Anwendung bei Schwangerschaft, Stillen und bei Kindern. Ausserdem ist ein guter Sonnenschutz wichtig, da Tetracycline die Lichtempfindlichkeit steigern.