Kurzer BLICK auf ... Die MEIBOM DRÜSEN

-  Interessantes ... allgemeinverständlich für den ersten Eindruck

 

Die MEIBOMDRÜSEN sind zahlreiche kleine Drüsen, die versteckt in den Augenlidern liegen. Sie produzieren ein dünnflüssiges klares Öl, dass die oberste Schicht des Tränenfilms bildet.

Sie sind benannt nach ihrem bekanntesten Beschreiber, HEINRICH MEIBOM. Professsor an der Universität zu Helmstedt, der sie vor in der Mitte des 17. Jhd. ausführlich beschrieben hat. Am bekanntesten sind die Drüsen vielleicht durch ihre auffällige, schmerzhafte, eitrige Entzündung, die man Gerstenkorn (medizinisch: ´Hordeoulum´) nennt.  Daher darf man annehmen, dass sie schon lange vorher bekannt waren.

Die kleinen Öffnungen der einzelnen Meibomdrüsen sind am hinteren Lidrand dicht am Augapfel deutlich sichtbar ... wenn sie nicht durch einen zu dicken Make-up-Strich überdeckt werden.

Die normale Funktion der Meibomdrüsen ist meist weniger bekannt. Ihr Öl wird beim Lidschlag auf der Augenoberfläche ausgebreitet und bildet eine sehr dünne, gleichmässige und perfekt glatte Ölschicht auf dem Tränenfilm.. Sie ist ähnlich wie der Öl-Film auf einer Wasserlache, und zeigt bei geeigneter Beleuchtung ein ähnliches Farbenmuster. 

Das Meibomdrüsen-Öl ist von grösster Bedeutung für die Gesundheit der Augenoberfläche und für die perfekte Sehschärfe. Es vermindert die Verdunstung des Tränenwassers und fördert damit die Stabilität des Tränenfilms für die unverzichtbare ständige Feuchterhaltung der Augenoberfläche.

Die sehr glatte Ölschicht an der Grenze zwischen wässrigem Tränenfilm und der Umgebungsluft ist die wichtigste Brechungsfläche des Auges. Dort wird die Haupt-Brechkraft des Auges gebildet. Die weiter hinten liegende Augenlinse hat ´nur´ noch die Funktion, die Brechung an verschiedene Seh-Entfernungen anzupassen.

Die Meibomdrüsen haben einen langen Drüsenkörper, der tief bis in die Augenlider hineinreicht und einem feingliedrigen, empfindlichen Aufbau hat. Nach der Produktion der Lipide tief im Augenlid, muss das Öl dann erst in dem langen, dünnen Gangsystem bis an die Oberfläche des Auges zum Tränenfilm befördert werden. Dies geschieht im Wesentlichen durch den Druck des nachfolgenden Öls, denn die Drüsen haben eine ständig laufende Neuproduktion. Aus der Drüsen-Öffnung auf den Lidrand wird das Öl dann durch die Muskelkraft beim Lidschlag transportiert (siehe neben stehende Animation).

Daher erklärt es sich, dass die Funktion der Meibomdrüsen störanfällig ist. Im einfachsten Fall führt ein seltener Lidschlag dazu, dass nicht genug Öl auf dem Tränenfilm ankommt. Weiterhin können eine verstärkte Verhornung des Gangsystems und die Eindickung des Öls, zu Funktionsstörungen beitragen. Verstopfung der Meibomdrüsen ist daher die typische Erkrankung. Interessant ist, dass Störungen der Öl-Produktion in den Meibomdrüsen, die als Meibomdrüsen Dysfunktion, (MDD) bezeichnet werden, die Hauptursache der Erkrankung des Trockenen Auges ausmachen ... und nicht etwa eine mangelnde Wasserproduktion, wie man vielleicht bei einem ´Trockenen Auge´ erwarten würde

 

ÜBERBLICK über ... Die MEIBOM DRÜSEN

- für das Verständnis der klinischen Basis

[ Jeder SATZ dieser Einführung ist verLINKt zu einem ausführlicheren KAPITEL im nachfolgenden Tieferen EINBLICK in das Thema ]

Obwohl die Tränenflüssigkeit überwiegend wässrig ist, spielt doch das Öl der Meibomdrüsen eine entscheidende Rolle

Der grösste Teil der Tränenflüssigkeit besteht aus einer wässrigen Lösung, die von der Tränendrüse und den Akzessorischen Tränendrüsen produziert wird. Trotzdem aber ist ÖL von größter Bedeutung, zumindest für die Funktion und Stabilität des TRÄNENFILMS. Da dieser die Feuchtigkeit auf dem Auge garantiert - immer und überall - ist das Öl gleichzeitig äusserst wichtig für die Augenoberfläche insgesamt.

Die MEIBOMDRÜSEN innerhalb der Augenlider produzieren die Lipide für das benötigte flüssige ÖL.  Eine stabile Verbindung von Fetten mit Wasser ist nicht nur im praktischen Leben sondern auch an der Augenoberfläche schwierig und dies kann zum Teil pathologische Störungen des Tränenfilms erklären. 

 

Das Meibom-ÖL bildet die dünne und glatte Oberflächenschicht des Tränenfilms für eine optimale Lichtbrechung und zur Verminderung der Verdunstung des Tränenwassers

Das MEIBOM ÖL bildet die oberflächliche Lipidschicht des Tränenfilms - die als Tränen-FILM LIPID-Schicht (TFLS) bezeichnet wird.   Das MEIBOM ÖL hat wichtige Funktionen in der Lipidschicht. Meibom Öl vermindert die VERDUNSTUNG der darunter liegenden wässrigen Hauptphase des Tränenfilms.  Ausserdem verleiht die Lipidschicht dem Tränenfilm eine spiegelglatte und homogene Oberfläche für die optimale Lichtbrechung und damit für eine optimale Sehschärfe.

Das Meibomöl hat vermutlich noch weitere Wirkungen, wie zum Beispiel die Ausbreitungs- / Spreitungsfähigkeit der Tränenflüssigkeit in einen dünnen Film zu verbessern oder, als Barriere, die Fette der Haut von der Augenoberfläche auszusperren..

Die Untersuchung der Öl-Schicht auf dem Tränenfilm mit der Interferometrie ermöglicht eine Analyse der Drüsenfunktion

Die Dicke der Lipidschicht auf dem Tränenfilm kann durch eine Analyse ihrer ´scheinbaren´ Farben vermessen werden. Die Falsch-Farben (Interferenz-Farben´) in denen die Öl-Schicht des Tränenfilms schillert, ähnlich wie der Ölfilm auf einer Wasserpfütze oder wie die Wand einer Seifenblase, sind direkt proportional zur Dicke der Schicht. Allerdings ist dies nur mit einer relativ aufwendigen Beleuchtung möglich - einer Interferenz Beleuchtung, z.B. in einem flachen Streiflicht.

Nach der Erkenntnis von der Bedeutung des Meibom-Öls für die Intaktheit der Augenoberfläche, durch den TFOS MGD Report 2011,  wurden zahlreiche Geräte entwickelt, die sich zum Teil relativ einfach an eine vorhandene Spaltlampe anschliessen lassen. Hiermit lässt sich die Dicke Der Öl-Schicht auf dem Tränenfilm, die Tränenfilm-Lipid-Schicht.(TFLS), relativ einfach bestimmen. Hieraus werden wichtige Rückschlüsse auf die mögliche Ursache einer Trockenheitssymptomatik möglich.

 

Die Tränenfilm-Lipidschicht ist äusserst dünn und liegt im Bereich von 100 Nanometern

In der Interferometrischen Messung ist oben eine normal dicke Tränenfilm-Lipidschicht sichtbar mit goldenen bis blauen Interferenz-Farben (Dicke ca. 90nm). Im unteren Bild ist ein Tränenfilm mit zu dünner Ölschicht in grauen Farben (Dicke ca. 35nm).

Die durchschnittliche Dicke der Tränenfilm-Lipidschicht liegt im Bereich von etwa 100 Nanometer (nm, das entspricht einer Goldenen Interferenzfarbe) . Das ist enorm dünn (ein Zehntausendstel Millimeter) und entspricht etwa der Dicke von nur 10 Zellmembranen.

Obwohl die Öl-Schicht aufdem Tränen sehr dünn ist besteht sich doch aus zwei Komponenten, bzw. aus zwei verschiedenen Schichten, von denen die äussere dicker ist und durch eine dünnere Verbindungsschicht mit dem unterliegenden Wassergel verbunden wird.

 

Öl-Mangel mit einer zu dünnen Lipidschicht ist die häufigste Ursache für ein Trockenes Auge

Grössere Messreihen mit den heute in der klinischen Praxis oft verfügbaren Geräten zeigen, dass die Ölschicht auf dem Tränenfilm sogar oft noch dünner ist und im Bereich von 60-100nm liegt. Unter 60nm gilt die Ölschicht als zu dünn und führt dann zur Instabilität des Tränenfilms. Dies ist der häufigste Grund für eine erhöhter Verdunstung des darunter liegenden Tränenwassers und die Entwicklung eines ´Evaporativen´ Trockenen Auge.

 

Die Meibomdrüsen sind zahlreich kleine Einzel-Drüsen, in den Augenlidern

Es gibt viele kleine Meibomdrüsen im Augenlid - jede einzelne Drüse hat ihren eigenen DRÜSENKÖRPER.  Jede Einzeldrüse hat auch ihren eigenen Ausführungsgang mit einer eigenen Drüsen-ÖFFNUNG am hinteren Lidrand.

 

 

Grösse und Volumen der Meibomdrüsen in Unter- und Oberlid

Im Unterlid sind etwa 25 Meibomdrüsen pro Lid und im Oberlid befinden sich etwa 30 Drüsen pro Lid - pro Auge beträgt ihre Anzahl deutlich also mehr als 50 Drüsen.

Die Meibomdrüsen füllen die bindegewebige Lidplatte/ Tarsalplatte nahezu komplett aus. Daher sind die Meibomdrüsen im Oberlid deutlich länger.

Die geringere Anzahl der Meibomdrüsen im Unterlid erklärt sich durch ihre grössere Dicke, bzw. horizontale Breite. Im Unterlid sind die Meibomdrüsen deutlich massiger aber kürzer als die schlangen Meibomdrüsen des Oberlides.

Durch die deutlich grössere Länge der Meibomdrüsen im Oberlid ist aber das Volumen der Meibomdrüsen im Oberlid etwa doppelt so hoch wie im Unterlid.

 

  

Meibomdrüsen sind Talgdrüsen, bei denen die produzierenden Zellen komplett in das ölige Sekret zerfallen

Einige CHARAKTERISTIKA im Aufbau der Meibomdrüsen zeigen, dass sie typische TALGDRÜSEN sind, ähnlich wie die Talgdrüsen der Haare in der Haut. Allerdings haben Meibomdrüsen keine Verbindung zu Haaren.

In diesen Drüsen bilden die sekretorischen Zellen kontinuierlich Lipide und sammeln sie an in den produzierenden Zellen - diese zerfallen dann komplett in das ölige Sekret. Daher müssen sie ständig durch neue Zellen ersetzt werden und es gibt eine kontinuierliche Neuproduktion von Zellen und damit von Öl in den Meibomdrüsen

 

 

Bei den langen Meibomdrüsen tief im Lid kann man zwischen der Produktion und der Ausschüttung von Öl unterscheiden

Die Bildung des Meibom-Öls tief in den Drüsen innerhalb des Augenlides muss unterschieden werden von der späteren Ausschüttung des Öls nach aussen auf den Lidrand.

Die langen, schlanken Meibomdrüsen reichen tief bis in den Lidkörper hinein, während die Drüsenöffnung jeweils weit entfernt aussen auf dem Lidrand liegt.  

Daher ist es sinnvoll, wie von BRON und TIFFANY vorgeschlagen, bei den Meibomdrüsen zwischen der BILDUNG/ SEKRETION des öligen Produktes tief im Lid und der Öl-Ausschüttung aussen auf den Lidrand unterschieden werden - dies ist auch in der nebenstehenden Animation dargestellt.

Die Bildung des Meibomöls erfolgt kontinuierlich - während seine AUSSCHÜTTUNG aus dem Gangsystem nach aussen auf den Lidrand abhängig ist von der Muskelkontraktion beim Lidschlag. Bei seltenem Lidschlag wird also wenig Öl ausgeschüttet - es kommt dann zu einem Ölmangel auf dem Ausserdem kommt es auch auch zu einer möglichen Verstopfung des Gangsystems mit dem angesammeltem Öl wobei sich dann ein zunehmender Druck in der Drüse aufbauen kann, der das empfindliche Drüsengewebe schädigt. 

 

Die Funktion der Meibomdrüsen lässt sich klinisch sehr einfach prüfen - durch eine ´Diagnostische Expression´

Eine normale Meibomdrüse sollte durch ihre andauernde Produktionstätigkeit ständig mit flüssigem klaren Öl gefüllt sein, dass dann bei jedem Lidschlag aus der Drüse auf den Lidrand abgegeben wird.

Daher lässt sich die Funktion der Meibomdrüsen klinisch sehr einfach und sicher prüfen. Meist befindet sich um die Öffnungen der Meibomdrüsen am hinteren Lidrand herum bereits jeweils eine kleine Lache von dünnflüssigem klaren Meibomöl (siehe Abbildung).

Wenn dies nicht, oder nicht bei allen Drüsenöffnungen sichtbar ist, dann kann, zur Absicherung, eine einfache Prüfung der Drüsenaktivität durchgeführt werden, indem man mit dem Finger einen zarten Druck von aussen auf den Lidrand ausübt (siehe Abbildung). Dieser Druck sollte in der Grössenordnung des normalen Liddrucks liegen, den der Lidschliesser (Musculus orbicularis oculi) beim Lidschlag ausübt

Dies wird als eine "DIAGNOSTISCHE Expression" der Meibomdrüsen bezeichnet und geht auf Donald KORB, Boston, zurück. Eine normal funktionierende Meibomdrüse sollte dann ein kleines Tröpfchen dünnflüssiges klares Sekret abgeben. Donald Korb gibt als normalen Liddruck

Wenn eine Drüse bei der Diagnostischen Expression kein Öl abgibt, dann ist diese Drüse nicht funktionell aktiv. Als häufigster Grund muss eine Verstopfung/ Obstruktion angenommen werden bei einer Meibomdrüsen Dysfunktion. Im Verlaufe des Lebens, von der Altersgruppe der Zwanzigjährigen bis zu den Achtzigjährigen, nimmt die Zahl aktiver Drüsen durchschnittlich um die Hälfte ab, wie vor einigen Jahrzehnten von NORN festgestellt wurde.  

    

 


Tieferer EINBLICK in ... Die Meibomdrüsen

... für ein Verständnis des wissenschaftlichen Hintergrunds

ÖL ist von größter Bedeutung für die Funktion des TRÄNENFILMS und daher für die Augenoberfläche insgesamt.

Zahlreiche einzelne Meibomdrüsen (gelb) befinden sich in den Tarsalplatten von Ober- und Unterlid, die der Verstärkung der Lider dienen, und füllen diese weitgehend aus. Damit liegen sie Meibomdrüsen recht verborgen und sind den üblichen klinischen Untersuchungstechniken meist verborgen. Vor allem ihre Ausführungsgangöffnungen sind als kleine Punkte weit hinten am Lidrand erkennbar.

Die Meibomdrüsen sind Lipid/ Fett produzierende Talgdrüsen in den Augenlidern. Ihre Fette bilden bei Körpertemperatur ein dünnflüssiges, klares ÖL, das sehr wichtig für die Intaktheit des Tränenfilms und damit für ein scharfes Sehen ist.

Die Tränenfilm-ÖL-SCHICHT bildet nämlich die äußere glatte Schicht des Tränenfilms an der Grenze zur Luft und verbessert seine Stabilität, da sie die Verdunstung der wässrigen Tränen vermindert.

Außerdem stellt die ÖL-Schicht eine sehr glatte und gleichmäßige äußere Oberfläche her, die eine wichtige Bedingung für die perfekte Licht-Brechung und damit für eine perfekte Sehschärfe ist.

Durch die enorme Bedeutung der Lipide aus den Meibomdrüsen für die Stabilität des Tränenfilms, der wiederum eine wichtige Vorbedingung für die Gesunderhaltung des Gewebes der Augenoberfläche ist ... überrascht es nicht unbedingt, dass eine typische Funktionsstörung der Meibomdrüsen, die sogenannte Meibom-Drüsen Dysfunktion (meist nur abgekürzt, im Deutschen als MDD) die Hauptursache für die Erkrankung des Trockenen Auges ist.

Weitere Details hierzu finden sich in den Kapiteln zur Augenoberfläche und zum Tränenfilm

 

Die MEIBOMDRÜSEN innerhalb der Augenlider produzieren ein flüssiges ÖL

Die Meibomdrüsen befinden sich in den bindegewebigen Tarsalplatten der Augenlider, die zur Versteifung von Ober- und Unterlidern dienen.

Damit sind die Meibomdrüsen der Selbstbeobachtung und auch den üblichen klinischen Untersuchungs-techniken nicht sehr zugänglich. Sichtbar sind nur ihre kleinen Öffnungen weit hinten am Lidrand durch die das Öl auf die Augenoberfläche abgegeben wird.

Die Meibom LIPIDE sind nur flüssig ab der normalen Körpertemperatur und bei normaleR Zusammensetzung

Die Meibomdrüsen produzieren Fette, die nur unter bestimmten Bedingungen ein flüssiges klares ÖL bilden

  • - hierzu ist zum Einen eine bestimmte Temperatur notwendig, die mindestens bei der normalen Körpertemperatur liegt

  • zum Anderen darf auch die Zusammensetzung der Lipide nicht gestört sein.

... diese Beobachtung könnte bereits einen Hinweis liefern auf ein mögliches Problem in der Pathologie

... denn wenn die Temperatur in den Augenlidern sinkt oder sich die Zusammensetzung der Lipide ändert (was beides passieren kann) - dann können sich die Lipide der Meibomdrüsen von einem wunderbaren flüssigen Öl in einen festeren Aggregatzustand umwandeln- so wie auch z.B. Olivenöl seinen Status von einer Flüssigkeit in ein Wachs umwandelt ... wenn man es zu kalt lagert.

 

Das MEIBOM ÖL bildet die Oberflächliche Lipidschicht des Tränenfilms - Die Tränen-FILM LIPID-Schicht (TFLS)

Der TRÄNENFILM vor der transparenten Hornhaut (Prä-kornealer Tränenfilm) hat einen geschichteten Aufbau, wobei meist drei Schichten unterschieden werden. (1) Außen zur Luft liegt eine dünne Schicht aus dem Öl (gelb) der Meibomdrüsen. Sie bedeckt (2) die wässrige Hauptphase des Tränenfilms, die vermutlich überwiegend vermischt ist mit den Schleimstoffen (Muzine), die auch in konzentrierter Form (3) die innere Muzinschicht (pink) auf den Epithelzellen der Augenoberfläche bilden. Die Lipidschicht ist hier in der schematischen Zeichnung relativ viel zu dick im Vergleich zur Gesamtdicke des Tränenfilms angegeben - in der natürlichen Grössen-Relation könnte man die Lipidschicht im Querschnitt allerdings praktisch nicht darstellen.

Das Meibomöl bedeckt die Wasser-Muzin-Phase, die den Hauptanteil des Tränenfilms bildet, als oberflächliche Schicht.

  • Meibom-Öl bildet die äußere Schicht des Tränenfilms

  • diese wird als Tränen-FILM LIPID-Schicht (TFLS) bezeichnet

  • sie bildet gleichzeitig die Luft-Tränenfilm-Grenze, die von grosser Bedeutung für die Lichtbrechung und damit die Sehschärfe ist

Die Tränenfilm-Lipidschicht besteht aus zwei Komponenten

Die Öl-Schicht auf dem Tränenfilm besteht aus zwei Schichten mit verschiedenen Eigenschaften.

  • An der Oberfläche liegt eine Dickere Schicht aus Neutralfetten (nicht-polare Lipide) , die nicht mit Wasser mischbar sind. Ihre Funktion ist es vermutlich, wie ein Deckel auf eine Topf mit warmem (Tränen-) Wasser, die Verdunstung des wässrigen Tränenfilms zu verzögern damit er länger stabil bleibt.

  • Um diese dickere Aussen-Schicht mit dem unterliegenden Muzin-Wasser-Gel zu verbinden werden polare Fette benötigt, die die Eigenschaft haben sichsowohl mit den neutralen (nicht-polaren) Lipiden oben wie auch mit dem Wasser darunter verbinden können. Sie bilden eine dünne Verbindungsschicht.

Für die Verbindungsschicht kommen zum Beispiel amphiphile Lipide, wie Phospholipide, in Frage. Auch verschiedene Proteine, wie z.B. Lipocalin, können zu dieser Verbindung beider Lipidschichten beitragen, und so einen einigermassen ´homogenen´ Tränenfilm herstellen, dessen Schichten nicht isoliert liegen.

Der genaue Aufbau der Lipid-Schicht ist noch nicht vollständig geklärt, Obwohl sie aus dem flüssigen Öl der Meibomdrüsen besteht, scheinen sie einzelnen, verschiedenen Lipid-Moleküle doch dicht gedrängt zu liegen. Hier werden unter anderem (von McCULLEY und SHINE) Anordnungen vermutet, die an kristalline Stukturen erinnern.

Das MEIBOM ÖL in der Tränen-Film Lipid-Schicht (TFLS) hat wichtige Funktionen

Die Meibom Lipide im Öl haben vermutlich verschiedene Funktionen. Neben vielen anderen möglichen Funktionen haben sie wenigstens zwei wichtige Haupt-Funktionen für den prä-kornealen Tränenfilm:

(1) Meibom Öl VERMINDERT die VERDUNSTUNG der wässrigen Phase

Die HAUPTFUNKTIONEN der äußeren ÖL-SCHICHT des Tränenfilms sind (1) die Verminderung der Verdunstung der wässrigen Phase der Tränen durch Abdeckung des warmen Tränenfilms gegen die Außenluft, sowie (2) die Herstellung einer sehr dünnen, gleichmäßigen und glatten Oberfläche, die als Luft-Tränenfilm-Grenze einen Hauptteil (ca. 2/3) der Lichtbrechungskraft des Auges ausmacht.

  • an der offenen Lidspalte der Augenoberfläche

  • ist die (warme) Tränenflüssigkeit der Umgebungsluft ausgesetzt

  • dies führt zu einer schnellen Verdunstung des Tränenwassers

  • die Lipidschicht wirkt u.a. wie ein Deckel auf einem Topf mit warmen Wasser und vermindert so die Verdunstung des Tränenwassers:

Pathologischer MANGEL von Meibomöl führt zu einer verstärkten Verdunstung des Tränenwassers  - oft als HYPER-EVAPORATION bezeichnet. Dies kann typischerweise zu Verdünnung des Tränenfilms und lokalen Lücken (trockenen Stellen - in Engl.: dry spots)

Solch eine Situation wird als Öl-Defizientes Hyperevaporatives Trockenes Auge bezeichnet- welches gleichzeitig die häufigste Ursache für das Trockene Auge ist.

(2) Die Tränenfilm Lipidschicht (TFLS) hat eine spiegelglatte und homogene Oberfläche für Optimale Lichtbrechung

  • dies ist die Hauptbrechungsfläche für das Auge

  • verantwortlich für etwa zwei Drittel der Gesamtbrechkraft eines jungen, gesunden Auges und ist

  • eminent wichtig für die Sehschärfe

Es ist daher nicht überraschend, dass Pathologische Veränderungen zu einer Entmischung der Tränenfilm Lipidschicht führen, die damit ihre Gleichmäßigkeit verliert. Dies führt dann auch zu einer ´ungleichmäßigen Sehschärfe´, die ist ein frühes und oft berichtetes Symptom bei Tränenfilmstörungen und Trockenen Auge ist.

Da die Sehschärfe, durch Schwankungen der Dicke der Lipidschicht und des Tränenfilms insgesamt, typischerweise schwankt, vor allem beim Blinzeln und bei austrocknenden Umweltbedingungen, wird dies als Schwankende Sehschärfe bezeichnet und ist ein typisches Zeichen des Trockenen Auges.

Die ANATOMIE der Meibom Drüsen gibt bereits Hinweise auf mögliche Erkrankungen

Die Meibom Drüsen haben einen sehr charakteristischen Aufbau, der, anders als bei anderen Talgdrüsen des Körpers ist, ... und der bereits gewisse Anhaltspunkte für mögliche Erkrankungen bietet.

... WARUM werden die MeibomDRÜSEN eigentlich im PURAL Genannt ?

Die Produktion von Lipiden für den Tränenfilm wird durch eine große Anzahl von Einzel-Drüsen ausgeführt

Es gibt viele Meibomdrüsen im Augenlid und jede einzelne Drüse hat ihren eigenen Drüsenkörper

Die ausgedehnten langen Drüsenkörper der MEIBOMDRÜSEN füllen die gesamte bindegewebige Tarsalplatte im Ober- und Unterlid.

  • es gibt ungefähr 30 Einzeldrüsen pro Oberlid

  • und etwa 25 Drüsen in jedem Unterlid

  • zusammen sind dies typischerweise mehr als 50 einzelne Meibomdrüsen pro Auge

 

 

Jede Einzeldrüse hat ihren eigenen Ausführungsgang mit einer eigenen Drüsen-ÖFFNUNG

Die Drüsenkörper der MEIBOMDRÜSEN kann man durch die relativ durchsichtige Bindehaut/ Konjunktiva meist leicht erkennen, wenn das Augenlid (hier das untere) leicht nach aussen geklappt (Pfeil in B) wird. Die individuelle Öffnung jeder Drüse (in Abb. A u. B. markiert durch offene Pfeile) sind typischerweise in einer einzelnen Reihe angeordnet. Sie liegen sehr kurz vor dem Beginn der hinteren Lidkante und unmittelbar vor dem vorderen Rand des Tränenmeniskus, den man in Abb.C etwa in der Mitte des Unterlides als Lichtreflex erahnen kann.

  • dies Öffnung liegt am hinteren Lidrand

  • direkt vor dem Beginn der ´MARX´schen Linie´, d.h. vor dem Beginn des Tränenmeniskus an der Hornhaut

  • die Öffnung liegt also noch innerhalb der verhornten Epidermis der äußeren Körperhaut, die sich über praktisch den gesamten Lidrand ausdehnt, bis zum Beginn der hinteren Lidkante. Dadurch wird die Öffnung der Meibomdrüsen von verhornter Körperhaut umgeben, die sich auch normalerweise für eine sehr kurze Strecke in den Anfangsteil des Ausführungsganges hinein erstreckt.

Auch hier lässt sich, mit einem Auge auf den potentiellen Erkrankungen feststellen, ... dass man nur hoffen kann, der normale Prozess der Verhornung möge ungestört verlaufen und sich nicht verstärken und dann durch eine überschießende Produktion von zusätzlichen Hornlamellen (überschiessende Verhornung - Hyperkeratinisierung genannt) den Ausführungsgang verstopfen oder vielleicht auch die Drüsenöffnung überwachsen

... was aber bei der typischen Erkrankung der Meibomdrüsen - der Meibomdrüsen-Dysfunktion (MDD) - leider beides vorkommt !

daher überrascht es nicht, dass in der Tat

  • eine überschießende Verhornung der Drüsenausführungsgänge

  • zusammen mit einer erhöhten Viskosität und Sekret-Eindickung des eigentlich dünnflüssigen klaren Meibom-Öls

die Hauptursache der Meibomdrüsendysfunktion (MDD) - und damit auch des Trockenen Auges darstellt - mehr dazu im Kapitel für die MDD

 

Einige CHARAKTERISTIKA im Aufbau der Meibomdrüsen

Andere TALGDRÜSEN des Körpers sind typischerweise verbunden mit Haaren, z.B. sind alle Haare unserer Körperbehaarung mit Talgdrüsen verbunden, die Haare und Haut einfetten. 

Die Talgdrüsen in der Haut sind relativ kurz und stämmig mit einem kurzem Ausführungsgang, der das produzierte Öl in den Haarfollikel um den Haarschaft herum abgibt, von wo aus es auf die Oberfläche der Haut gelangt.

MEIBOMDRÜSEN  dagegen: 

  • sind nicht verbunden mit Haaren

  • haben einen langen, schlanken Drüsenkörper

  • haben ein langes, filigranes Gang-System

    • mit einem langen Zentralkanal und lateralen Verbindungs- Kanälchen

  • die zu den etwa kugeligen sekretorischen Endstücken (Azini) führen

  • die gefüllt sind mit den Sekretorischen Zellen, die das Öl bilden und Meibozyten genannt werden

Auch hier ergeben sich einige unmittelbare Gedanken zu möglichen krankhaften Veränderungen der Meibomdrüsen: ein langes, feines und schlankes Gangsystem, das von der Tiefe der Tarsalplatten zur Oberfläche des hinteren Lidrandes führt ... ist möglicherweise nicht ideal um ein öliges Lipid Gemisch zu transportieren, das leicht seine Konsistenz verändern und eindicken kann - in Abhängigkeit von den Außentemperaturen oder der Zusammensetzung der Lipide.

... und auch hier treffen diese Bedenken das, was tatsächlich während der Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD) passiert

Daher ist es insgesamt naheliegend, dass

die hauptsächliche Pathologie der Meibomdrüsen in einer Verstopfung der Drüsen-Ausführungsgänge und der Drüsenöffnung bestehtund die hauptsächliche Herausforderung für die Therapie darin besteht, diese Verstopfung zu beseitigen und den Lipidfluss in der Drüse wieder anzuregen.

Kurzer Einblick in den Histologischen Aufbau der Meibomdrüsen

Die Meibomdrüsen münden am hinteren Lidrand noch im verhornten Epithel der Epidermis

In der mikroskopischen Untersuchung wird erkennbar, dass die Öffnung der Meibomdrüsen nahe der hinteren Lidkante noch innerhalb des verhornten Epithels (Epidermis) mündet. Die Epidermis zieht von der äusseren Lidhaut über die vordere Lidkante mit den Wimpern und bedeckt den gesamten freien Lidrand .

 

Die Öffnungen der Meibomdrüsen und der Ausführungsgang sind umgeben von Hornlamellen

Der Bereich der normalen Meibomdrüsen-Öffnung wird von abgeschilferten Horn-Lamellen der Epidermis umgeben, wie in stärkerer Vergrösserung sichtbar ist. Abgeschilferte Hornlamellen befinden sich auch innerhalb des Ausführungsganges und im Lumen der Öffnung. Dies erklärt, warum die Meibomdrüsen leicht verstopfen können, wenn die Verhornung zunimmt oder das Meibomöl eindickt. Dann können sich die Pfropfen aus verhornten Epithelresten und verhärteten Fetten bilden, die klinisch sichtbar sind und histologisch und immunhistochemisch untersucht wurden. 

 

In der Drüsenöffnung mündet der lange zentrale Gang der Meibomdrüsen, der das produzierte Öl anliefert

In der Drüsenöffnung mündet der lange zentrale Gang der Meibomdrüsen. Er transportiert das ölige Sekretionsprodukt von den sekretorischen Zellen, den Meibozyten, aus der Tiefe des Lides in Richtung der Öffnung.

Histologischer Flachschnitt durch eine Meibomdrüse, sie ist etwa in der Mitte getroffen in Höhe des zentralen Ganges. Von dort gehen zahlreiche kleine Verbindungsgänge zu den Seiten, wo die Öl-produzierenden Zellen (Meibozyten) in den rundlichen sekretorischen Azini liegen. Das Sekret fliesst von dort durch die Verbindungsgänge in den zentralen Gang in Richtung der Drüsenöffnung (hier oben gelegen)

Die Meibomlipide werden in den rundlichen Azini produziert, die seitlich um den Zentralen Gang herum liegen

Eine bekannte Zeichnung des Anatomen KRSTIC, die hier ´künstlerisch überarbeitet´ ist, zeigt, die Anordnung der rundlichen Azini der Meibomdrüsen, wie Zwiebeln in einem Zopf´, rund um einen zentralen Gang herum.

Die rundlichen Azini sind über dünnere und kurze Verbindungsgänge mit dem Zentralen Gang verbunden. Mit ihren Verbindungsgängen hängen die Azini am zentralen Gang, wie Zwiebeln an einem zusammengebundenen ´Zwiebelzopf´.

In den Azini wird das ölige Seket durch den Zerfall der Meibozyten produziert.

Die Mebozyten füllen den gesamten Azinus aus und reifen, bei ihrer Wanderung von der Peripherie zu Zentrum. Dabei produzieren sie Lipide und lagern sie in den Zellen ein. Zentral im Azinus, bzw. im Übergang zum Verbindungsgang, zerfallen dann die Zellen und ihr gesamter Inhalt wird zum öligen Sekret. Dieses Sekret wird auch als ´Meibum´ bezeichnet in Analogie zum ähnlichen Sekret der Haar-assoziierten Talgddrüsen (engl. ´Sebaceous Glands´) der Haut, das als ´Sebum´ bezeichnet wird.

Die Zusammensetzung des Meibom-Öls ist komplex und bisher nicht genau bekannt

Im Hinblick auf die Entstehung des Meibomöls aus dem gesamten Zellmaterial der zerfallenden Meibozyten, ist es nicht verwunderlich, dass die Zusammensetzung des Öls sehr komplex ist und bisher nur unzureichend bekannt. Auf jeden Fall kommen darin ausser Lipiden auch sehr viele Proteine vor.

 
Was ISt eine Holokrine TALGDRÜSE überhAupt ?

TALGDRÜSEN

Ein kugeliges Endstück/ Azinus am ´Ende´ des Gangsystems tief im Gewebe des Augenlides. Es ist dicht gefüllt mit den Öl-bildenden Zellen (Meibozyten). Sie bilden zuerst Lipide und häufen sie in den Zellen an, wobei sie dabei stark wachsen (´Reifung´). Dabei wandern sie vom Rand zur Mitte des Endstücks (Pfeile). Schliesslich zerfallen sie und setzen das Öl in das Gangsystem frei.

  • produzieren ein öliges Sekret

  • durch Bildung und Ansammlung von Fetten in den sekretorischen Zellen

    • dieser Prozess wird ´REIFUNG´ genannt

    • während der Reifung wandern die sekretorischen Zellen über einige Tage

    • von der basalen Zellschicht am Rande der kugeligen Enstücke zur Mitte

  • schließlich lösen sich die Zellen auf und

    • praktisch alle Bestandteile der Sekretorischen Zellen bilden dann das ölige Sekret das bei den Meibomdrüsen als Meibomöl bezeichnet wird

    • da die gesamten sekretorischen Zellen dabei das Sekret bilden wird diese Art der Sekretbildung holokrin genannt (Sekretbildung aus der ganzen Zelle)

Aus diesem Produktionsprozess, bei dem die gesamten Zellen verloren gehen wird klar, daß die gesamten sekretorischen kugeligen Endstücke der Drüsen gefüllt sein müssen mit Zellen

Da die einzelnen sekretorischen Zellen bei der Sekretbildung komplett verloren gehen müssen sie auch entsprechend nachgebildet werden. Dies geschieht durch einen ebenso kontinuierlichen Prozess der Zellneubildung in den Randbereichen der Endstücke.

 

Sekretion und Ausschüttung der Meibomdrüsen - was ist das ?

Durch den beschriebenen langen Drüsenkörper der Meibomdrüsen sind die sekretorischen Meibozyten in den kugeligen Azini in der Tiefe der Augenlider meist relativ weit entfernt von der Drüsenöffnung am hinteren Lidrand. 

Daher ist es hier sinnvoll, den Prozess der Sekretbildung auf den hinteren Lidrand und Tränenfilm in zwei Teilprozesse zu untergliedern wie dies BRON und TIFFANY  vorgeschlagen haben. Diese zwei Teilschritte der Sekretbildung sind getrennt in Ort und Zeit:

Öl-BILDUNG/ SEKRETION

  • beschreibt den Prozess der eigentlichen holokrinen Lipid-Produktion im Endstück (Azinus) der Drüsen

    • dies endet mit der Auflösung der Zellen, die das ölige Sekretions-Produkt bilden

    • welches dann in das Gangsystem übergeht

  • Sekretion ist ein KONTINUIERLICHER PROZESS da

    • er angetrieben wird durch die kontinuierliche Zellteilung und Zellneubildung am Rande der Endstücke

    • daher gibt es, von den Entstücken ausgehend, einen gewissen ´Sekretionsdruck´, der vermutlich auch das Öl im Gangsystem in Richtung der Drüsenöffnung treibt

... schließlich kommt es zur...

Öl-AUSSCHÜTTUNG/ DELIVERY

  • diese beschreibt den Prozess der Austreibung oder Ausschüttung des Öls

  • aus dem Gangsystem, durch die Drüsenöffnung auf den hinteren Lidrdand

  • Ausschüttung ist ein DIS-kontinuierlicher Process weil

    • sie die Unterstützung durch die Lidmuskeln benötigt

    • und dafür ist sie gekoppelt an bzw. abhängig vom Lidschlag der Augenlider beim Blinzeln

    • auch hier ergibt sich schon ein Hinweis für Funktionsstörungen, denn bei seltenem Lidschlag, wie er z.B. bei ´Sehaufgaben´ mit hoher Konzentration auftritt, wird nicht nur (1) der Tränenfilm selten erneuert sondern es wird auch (2) weniger Meibomöl aus den Drüsenöffnungen ausgepresst ... was beides dazu führt, dass der Tränenfilm leichter lokal austrocknen und dann zusammenbrechen kann ... und damit zur Entwicklung eines Trockenen Auges führen kann. Im Kontext von Büroarbeit am Bildschirm in trockener Klimaanlagen-Raumluft wird dies auch als ´Office-Eye´ ... oder ´Büro-Auge´ bezeichnet.

 

Die Unterscheidung zwischen SEKRETION und AUSSCHÜTTUNG erlaubt ein VERSTÄNDNIS der Drüsenzerstörung bei ObstruktiveR MDD

Im Vergleich zu einer normalen Meibomdrüse (links) ist bei einer verstopften Meibomdrüse (rechts) die Ausschüttung von gebildetem Öl blockiert und daher führt der ansteigende Druck in der Drüse zu einer Erweiterung/ Dilatation des Gangsystems und zu einem Untergang/ Druck-Atrophie mit letztlicher Verkleinerung der rundlichen Drüsenendstücke.

Die Unterscheidung zwischen SEKRETION tief unten in den Drüsen, die dann das Gangssytem mit Öl füllt

... und der schließlichen AUSSCHÜTTUNG des Öls aus dem Gangsystem durch die Öffnung auf den Lidrand

... erlaubt ein besseres Verständnis der Drüsenverstopfung bei der obstruktiven MDD.

Obstruktion/ Verstopfung im Endbereich des Gangystems vor der Öffnung wird daher zwangsweise zu einer Stase/Ansammlung des Sekretes im Gang führen.

Da aber die Sekretion tief unten in den sekretorischen Endstücken der Drüse kontiniuerlich weiter geht baut sich mit der Zeit ein zunehmend erhöhter Druck auf in der Drüse.

Dieser erhöhte Drück führt zur einer Druckatrophie - also einer durch erhöhten Drück bedingten Zerstörung der empfindlichen Meibozyten in den Endstücken der Drüse.

Wenn die sekretorischen Zellen dann untergegangen sind erhöht sich zwar der Druck nicht mehr weiter ... aber die Drüse ist praktisch funktionsuntüchtig.

Ein Nachweis der Atropie der sekretorischen Zellen wurde in mikroskopischen Untersuchungen gefunden und auch mit der klinischen Methode der bildlichen Darstellung der Meibomdrüsen, mit einer Art Durchleuchtung der Augenlider (als Meibographie bezeichnet), läßt sich das Verschwinden (Drop-Out) von Drüsengewebe zeigen bei Patienten mit Trockenem Auge durch MDD.