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Die Augenoberfläche


Die Augenoberfläche

... ist der vordere feuchte Anteil des Auges

Der Glanz der Augenoberfläche entsteht durch den Tränenfilm,

der dafür sorgt, dass die Schleimhaut ständig feucht bleibt.


Die Augenoberfläche … erlaubt die ersten Schritte für das SEHEN

Die Augenoberfläche ist der Teil des Auges, durch den das Licht eintritt.

Erst danach kann es Reize auf der Netzhaut hinten im Auge auslösen, die dann später im ´neugierigen´ Gehirn zu einem Bild der Aussenwelt verarbeitet werden können. 

Ohne eine gesunde Augenoberfläche sind also alle weiter ´hinten´ und später erfolgenden Funktionen des Sehvorgangs letztlich relativ wertlos für das Sehen.


Die Feuchtigkeit der Tränen kommt von den Drüsen des Auges

Glands of the Ocular Surface, Tränendrüsen der Augenoberfläche_RE-Montage_.jpg

Die Tränenflüssigkeit wird von mehreren Drüsen produziert.

Es sind drei verschiedene Arten von Drüsen nötigt, da der Tränenfilm auf dem Auge aus drei verschiedenen Arten von Substanzen besteht:

  • Wasser ... ist der Hauptteil der Tränen und kommt aus der Tränendrüse hinter dem Oberlid. Mehrere kleine akzessorische Tränendrüsen tragen kleinere Flüssigkeitsmengen bei.

  • Öl ... aus den Meibomschen Lipiddrüsen kann die Verdunstung des Wassers reduzieren. Öl bildet daher eine dünne Schicht auf der Oberfläche des Tränenfilms. Die Meibomdrüsen bilden längliche Stränge in den Augenlidern.

  • Schleim / Mukus ... kommt aus einzelnen kleinen Becherzellen in der Schleimhaut des Bindehautsacks. Sie können als kleine Punkte im Mikroskop gesehen werden. Der Schleim wird benötigt, um das Wasser der Tränen mit der Zelloberfläche zu verbinden.


TRÄNEN fliessen entlang der Augenoberfläche

Tränen werden von den verschiedenen Drüsen an der Augenoberfläche produziert. 

Das meist Volumen besteht aus Wasser und kommt aus der Tränendrüse, die seitlich oben in der knöchernen Augenhöhle sitzt.

Von dort gelangen die Tränen in den Bindehautsack. Sie fliessen über den sichtbaren vorderen Teil des Auges und halten das Gewebe feucht.

An der Nasenseite werden die ´gebrauchten´ Tränen dann aufgesaugt von den beiden kleinen Tränenpünktchen, jeweils einer am nasalen Rand von Ober- und Unterlid.

Durch die Ableitenden Tränenwege gelangen die Tränen in die Nase. Wenn grössere Mengen von Tränen dorthin kommen, z.B. bei Weinen, können Sie rückwärts in den Rachen laufen, wo wir ihren Salzigen Geschmack bemerken  


OSCB-Berlin.org_Die MEIBOMDRÜSEN in den Augenlidern produzieren LIPIDE für den TränenFILM.png

Die Meibomdrüsen sind von besonderer Bedeutung für die Augenoberfläche

Meibom-Öl schützt das Tränenwasser vor Verdunstung.

Die Meibomdrüsen produzieren Lipide, die bei Körpertemperatur flüssig sind und somit ein Öl bilden.

Die Drüsen sind von besonderer Bedeutung für die Gesundheit der Augenoberfläche, da ihr Öl die Verdunstung des Tränenwassers aus den Tränendrüsen verzögert.

In der trockenen Umgebung, in der wir leben, würde selbst eine reichliche Tränenwasser Produktion schnell von der Augenoberfläche verdunsten, wenn sie nicht durch die oberflächliche Ölschicht auf dem Tränenfilm geschützt wäre.
Die Meibom-Drüsen bilden einzelne lange Stränge, die in unseren Augenlidern liegen. Es gibt etwa 25-30 Drüsen in jedem gesunden Augenlid und die kleine Öffnung liegt nahe am hinteren Lidrand ... wie man leicht in einem gewöhnlilchen Spiegel sehen kann.

 

 

 


Die AUGENOBERFLÄCHE muss STÄNDIG FEUCHT sein

Unsere Augenoberfläche ist so konstruiert, dass sie dauerhaft feucht sein muss - ´immer und überall´  - damit die Hornhaut, das klare Fenster des Auges, auch wirklich klar bleibt.

Diese Feuchtigkeit wird durch die Drüsen an der Augenoberfläche produziert und als Tränen* bezeichnet.

Da wir in einer trockenen Umgebung mit einer Luftatmosphäre leben, ist es sehr aufwändig für das Auge, diese kleine künstliche feuchte ´ökologische Nische´ der Augenoberfläche zu erhalten- ´Immer und überall´ !

* ausser zur Feuchthaltung können wir die Tränen auch nutzen, um unseren Mitmenschen das emotionale Signal zu übermitteln, dass wir besonders traurig sind... oder aber besonders glücklich - Hmmm ... heisst es nicht ´Tränen lügen nicht´ ? ... aber damit verlassen wir den sicheren Grund der Wissenschaft und verfolgen es daher nicht weiter !


Das Öffnen der Augenlider um Licht herein zu lassen ... bringt die Augenoberfläche in ein Dilemma

Feuchtigkeit ´immer und überall´ stellt die Augenoberfläche vor ein Problem, oder freundlicher formuliert, vor eine Herausforderung:

Nur bei geöffneten Augenlidern kann Licht in das Auge eintreten,

... aber dann würde die Oberfläche der wichtigen Hornhaut sofort beginnen austrocknen.

Daher muss das Auge zu einem ´Trick´ greifen: Es wird eine dünne Schicht von Tränenwasser - genannt der ´Tränen-FILM´ - gebildet, die zwar ausreicht, um die Zelloberfläche feucht zu halten, aber dabei nicht den Eintritt des Lichtes stört !

Ein weiterer wichtiger Effekt des Tränenfilms ist, dass er alle ´Unebenheiten´ der Oberfläche ausfüllt und dadurch eine perfekt glatte Oberfläche für eine perfekte Lichtbrechung herstellt ... für eine perfekte Sehschärfe !


Der Tränen-FILM ist die Lösung für alle ´Probleme´ an der Augenoberfläche  ... und für das SEHEN

Die Tränen werden in den wichtigen dünnen Tränen-FILM verwandelt.

Dies geschieht durch den geordneten Lidschlag, also die Wischbewegung der Augenlider über die Augenoberfläche des Augapfels.

Erst durch den Lidschlag, und die besondere Zusammensetzung des Tränenfilms. wird es möglich, einen sehr dünnen (etwa ein hundertstel Millimeter) Tränenfilm herzustellen.

Der Tränenfilm muss wenigstens so lange stabil bleiben, bis unser neugieriges Gehirn ein hinreichendes Bild gewonnen hat, was in der Umwelt vorgeht. Der Tränenfilm sollte mindestens 10 Sekunden stabil bleiben, bis er aufbricht. 

Der Aufbruch des Tränenfilms ist dann der Reiz zur Auslösung eines neuen Lidschlages, der einen neuen Tränenfilm ausbreitet.

Im Prinzip ist jetzt bereits ALLES GESAGT ...

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Das Trockene Auge

. . . ´Wenn die Feuchtigkeit vergangen ist´  . . . 

Wenn KEIN (ausreichend) stabiler Tränenfilm besteht kommt es zum TROCKENEN AUGE !

Augenoberfläche FOTO EIGENES AUGE (AUS; hier hell + kontrastreich) WEICH 30  + Sättigung_TROCKENES AUGE, DRY EYE, WÜSTE KAMELE.jpg

Verschiedene Einflussfaktoren schädigen den Tränenfilm

Die Herstellung und Bewahrung des Tränen-FILM ist sehr aufwendig in unserer trockenen Umgebung, und damit ist sie sehr störanfällig.

Der Tränenfilm ist abhängig von sehr vielen und sehr unterschiedlichen Einfluss-Faktoren, die den Tränenfilm in irgendeiner Weise positiv oder negativ verändern können.

Alle negativen Einflussfaktoren sind Risiko-Faktoren - sie können, früher oder später und vor allem wenn sie chronisch werden, zwangsläufig zu einem Trockenen Auge führen.

Die grosse Anzahl von Risiko-Faktoren, die auf den ersten Blick ohne Zusammenhang erscheinen mögen, lassen oft den Eindruck entstehen, dass das Trockene Auge eine ´Verzwickte Erkrankung´ sei - obwohl die Zusammenhänge eigentlich recht einfach sind.


Schädigung des Tränenfilm führt zu Zell-SCHÄDEN, REIZUNG, ENTZÜNDUNG und SCHMERZ

Der Tränenfilm hat die Funktion die Austrocknung der feuchten Augenoberfläche zu verhindern. Daher ist die erste Folge einer Augentrockenheit typischerweise die Trocknung und daher Beschädigung der Augenoberfläche.

Die Augenlider können dann oft verschleimt und verklebt sein.

Beschädigung der Augenoberfläche löst eine  Irritation von Nervenfasern aus.

Dies kann zu einem Reizzustand unterschiedlichen Schweregrades führen und auch zu Schmerzen, die auf dem Auge, um das Auge herum und teils sogar hinter dem Auge, wahrgenommen werden.

Entzündungsreaktionen können den Prozess noch verstärken und verschlimmern. Dies kann zu starken Gewebezerstörungen und schliesslich sogar zu chronischen Schmerzsyndromen führen.  

... und die Sehschärfe wird gestört, was oft zu VERSCHWOMMEN-SEHEN führt

Der Tränen-FILM hat, ausser der Befeuchtung, auch noch eine wichtige Funktion für die Verbesserung der Lichtbrechung.

Daher ist es keine Überraschung, dass Sehstörungen, in Form von instabiler Sehschärfe und Verschwommen-Sehen, oft auftreten beim Trockenen Auge.


ÖL-MANGEL ist die häufigste Ursache eines Trockenen Auges

Nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, hat die weit überwiegende Mehrheit, d.h. vier von fünf Patienten mit einem Trockenen Auge, nicht einen primären Mangel von Tränen-Wasser, wie man dies vielleicht vermuten würde, sondern einen ursächlichen MANGEL an ÖL auf dem Tränenfilm.

Ölmangel führt dann zu einer erhöhten Verdunstung mit abnehmender Stabilität des Tränenfilms ... und meist später nachfolgendem Wassermangel

Daher scheint es heutzutage bei den meisten Patienten mit Trockenem Auge nicht viel Sinn zu machen, dass man Produkte benutzt, die keine Lipide enthalten.

Es ist auch möglich, Zusätze anderer Stoffe, die die Wirkung der Lipide ersetzen, oder sogar nur Lipide zu verwenden, z.B. als Liposomenspray.

Mit anderen Worten, Lipide oder andere Stoffe mit vergleichbarer Wirkung, sollten heutzutage Bestandteil einer typischen Tränenergänzungstherapie für das Trockene Auge sein.


Ein Mangel an Öl wird typischerweise verursacht durch eine Verstopfung der Meibomdrüsen in den Augenlidern

Der auftretende Mangel an ÖL liegt typischerweise an einer Störung der Meibomdrüsen, der Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD). Sie besteht meist in einer Verstopfung der vielen kleinen Öl-produzierenden Meibomdrüsen in den Augenlidern.

Die Drüsenöffnungen am Lidrand werden verstopft durch eingedicktes Öl und durch eine verstärkte Verhornung der Zelloberflächen. Dadurch staut sich eingedicktes Sekret in den Drüsen an. 

Die Kraft der Muskelkontraktion beim Lidschlag trägt zum Auspressen des Meibom-Öls aus den Drüsen bei und erhöht so die Dicke der Ölschicht auf dem Tränenfilm

Seltener Lidschlag gilt daher als wichtige Ursache für einen Öl-Mangel auf dem Tränenfilm und ist möglicherweise ein Ko-Faktor für den Beginn der Meibomdrüsen Dysfunktion (MDD). 

Absichtliches kraftvolles Blinzeln gilt entsprechemd als einfache Möglichkeit, um die Ölschicht auf dem Tränenfilm zu vermehren und damit die Stabilität des Tränenfilms zu erhöhen und ein Trockenes Auge zu vermeiden.


... einige Ideen zur THERAPIE

Was kann man tun ? …  Therapie von Augentrockenheit und der Erkrankung des Trockenen Auges 

Beim Trockenen Auge besteht typischerweise ein Mangel des Tränen-FILM, der auf einem Mangel in der Menge oder Qualität von Tränenbestandteilen beruht.

Daher besteht die häufigste Therapie in der Tränen-Substitution, also der Zugabe von Tränenbestandteilen.

Dies wird auch oft als ´Tränen-Ersatz´ bezeichnet - aber da es (leider) bisher und auch auf absehbare Zeit nicht möglich ist, die (komplette) Tränenfüssigkeit mit all ihren Bestandteilen zu ersetzen, erscheint der Begriff der Tränen-Substitution als zutreffender.

Es gibt eine nahezu unüberschaubare Anzahl von verschiedenen Tränenersatzmitteln, meist Augentropfen, die auf wässrigen Lösungen basieren und sehr verschiedene zusätzliche Wirkstoffe enthalten können. Meist sind diese als rezeptfreie Produkte verfügbar.


Physikalische

LIDRAND THERAPIE

Die physikalische Lidrandtherapie kann einen Öl-Mangel durch Störung der Meibom-Öl-Drüsen in den Augenlidern verbessern

Der Begriff der Physikalischen Therapie bezieht sich darauf, dass die Behandlung des Augenlids und der Meibomdrüsen auf der Anwendung einfacher aber effektiver Physikalischer Techniken wie Erwärmung und Befeuchtung, Massage und Auspressung sowie anschliessender abschrubbender Reinigung des Lidrandes besteht.

Vor allen Manipulationen am Augenlid und am Auge ist es natürlich wichtig, vorher einen Augenarzt zu konsultieren, um eine qualifizierte Diagnose und entsprechende Therapievorschläge zu bekommen, um Verletzungen von Augenlid und Auge zu vermeiden !

Bei einer chronischen Erkrankung wie dem Trockenen Auge, das typischerweise über einen jahrelangen, oft Jahrzehntelangen Zeitraum entstanden ist, ist auch eine konsequente dauerhafte, also chronische, Therapie notwendig, um den Zustand nachhaltig zu bessern. Die Physikalische Therapie sollte daher langfristig als Dauertherapie 2x täglich durchgeführt werden

Physikalische Therapie besteht aus 3 Schritten:

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1. Erwärmung der Augenlider

  • möglichst mit feuchter Wärme über mindestens 10 Minuten

  • zur Erzielung einer Temperatur von 40°C im Augenlid, also auch in den Meibom Öldrüsen

  • dient zur Wieder-Verflüssigung des veränderten und verhärteten Öls in den Meibomdrüsen

  • um eine Temperatur 40°C im Augenlid zu erreichen, muss eine feucht-warme Kompresse/ Lappen (mit ca. 42-45°C) alle paar Minuten erneuert werden

    • die Feuchtigkeit weicht dabei auch Verhornungen an den Drüsenöffnungen und auf dem Lidrand auf

    • kommerziell erhältliche Gelmasken oder sogar elektrisch beheizte und befeuchtete Wärmebrillen können diese aufwendige Beschäftigung erheblich erleichtern

 


2. Anschließende Massage der Lider zur Auspressung der Drüsen

  • wenn das verhärtete Öl in den Meibomdrüsen ausreichend erwärmt ist wird es wieder flüssiger

  • durch sanfte Massage der Augenlider kann es dann aus den Drüsen ausgepresst werden

    • dies muss jeweils zum offenen Lidrand hin erfolgen (siehe nebenstehende Animation) - also:

    • am Oberlid nach unten und

    • am Unterlid nach oben hin

  • In jedem Fall, wie bereits erwähnt, erfordert eine chronische Erkrankung wie das Trockene Auge auch eine chronische Therapie um zu spürbaren Verbesserungen zu kommen. Einzelne Therapie-Massnahmen können typischerweise zu keiner spürbaren Besserung führen. Daher führt auch eine richtig durchgeführte sanfte Lidmassage nicht unbedingt zu einer sichtbaren Auspressung von eingedicktem Meibomöl.

    • Aber eine konsequent durchgeführte dauerhafte Physikalische Therapie führt zu einer stetigen Verbesserung des Trockenen Auges. Steter Tropfen höhlt den Stein !

 

  • Bei stark eingedicktem Sekret kann eine etwas kräftigere Auspressung des Augenlides, z.B. zwischen 2 Fingern, sinnvoll sein - damit lassen sich oft auch hartnäckigere Drüsenverstopfungen entfernen.

  • Allerdings kann dies schmerzhaft sein und es muss natürlich unbedingt vermieden werden, Augenlid und Auge zu verletzen !

... wenn die Drüsen-Auspressung trotz langer regelmässiger sorgfältiger Anwendung keine ausreichende Besserung erzielt, dann gibt es in der Praxis des Augenarztes noch weitere physikalische und medikamentöse Therapieoptionen.


3. Lidrandhygiene zum Abschluss

  • zum Abschluss sollte der Lidrand mit den Wimpern gereinigt werden

    • von dem ausgepressten Öl

    • von Bakterien, die sich in den Ölresten vermehren

    • von verhärteten Lipidablagerungen und Verhornungen auf dem Lidrand

  • dies besteht in einem milden (seifenfreien) `Abschrubben´ des Lidrandes mit einem Wattestäbchen oder Kosmetiktuch, um Ablagerungen, die zu einer Lidentzündung beitragen können, zu entfernen

    • Es gibt auch kommerziell erhältliche Reinigungslösungen, typischerweise auf Ölbasis um den Tränenfilm nicht zu schädigen, sowie Reinigungs-Sets, die bereits alle notwendigen Dinge enthalten und so die Physikalische Therapie erheblich erleichtern können

Diese Physikalischen Therapie-Massnahmen haben den Vorteil, dass sie meist vom Patienten selbst ín der häuslichen Umgebung durchgeführt werden können. 

Als Nachteil mag erscheinen, dass dies dauerhaft und regelmässig möglichst zweimal täglich durchgeführt werden muss, um eine spürbare positive Wirkung zu erreichen  - ähnlich wie Zähneputzen - dabei aber etwas mehr Zeit erfordert. 

 

aber … die Mühe lohnt sich, denn ein ´glückliches´ Augenlid sorgt typischerweise auch für einen glücklichen Patienten!

... oder um es Römisch zu formulieren: ´palpebra sana in corpore sano´ - unbestätigtes Zitat des berühmten römischen Arztes Clarissimus GALEN ;-)

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Zahlreiche weitere Therapiemöglichkeiten werden in anderen Kapiteln der Deutschsprachigen OSCB Internetseite und auf den ausführlicheren originalen Englischsprachigen Seiten dazu erläutert.


Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind ein fantastisches optisches Hilfsmittel mit enger Beziehung zur Augenoberfläche und auch zum Trockenen Auge

KONTAKTLINSEN sind ein fantastisches optisches Hilfsmittel, mit einigen klaren optischen Vorteilen gegenüber einer Brille.

Gleichzeitig erlauben sie eine grössere "Freiheit" für Freizeitaktivitäten, Sport und Gesellschaftliche Termine.

Kontaktlinsen sind, wie ihr Name dies schon verrät, in direktem Kontakt mit der Augenoberfläche.

Kontaktlinsen befinden sich nämlich direkt in der Mitte der Funktionellen Einheit der Augenoberfläche - mit möglichem Einfluss auf alle Gewebe und auf den Tränenfilm. Kontaktlinsen haben daher in gewisser Weise einen zwiespältigen Einfluss auf die Augenoberfläche - mit Vor- und Nachteilen.


Kontaktlinsen schwimmen im Tränenfilm auf dem Auge ... und haben erhöhte Anforderungen an den Tränenfilm 

Kontaktlinsen können für verschiedene medizinische Zwecke verwendet werden, z.B. für die optische Korrektion einer unregelmässigen Hornhautoberfläche oder für den Schutz der Augenoberfläche bei einem schweren Trockenen Auge. 

Prinzipiell haben Kontaktlinsen erhöhte Ansprüche an die Menge und Qualität des Tränenfilms.

Es kann sein, dass jemand, der noch einen grenzwertig normalen Tränenfilm ohne Anzeichen von Trockenheit oder Krankheit hat, nach dem Einsetzen einer gewöhnlichen weichen Hydrogel Kontaktlinse Symptome eines Trockenen Auges entwickelt, da der grenzwertig normale Tränen-FILM nicht mehr für eine Kontaktlinse ausreicht.

Eine typische Nebenwirkung von Kontaktlinsentragen ist daher das Auftreten von Symptomen der Augentrockenheit oder sogar die Entwicklung eines Trockenen Auges.

Andererseits kann ein spezieller Typ von Kontaktlinsen, der eine spezielle Anpassung durch einen erfahrenen Kontaktlinsenspezialisten erfordert, aber auch als therapeutisches Hilfsmittel bei Patienten mit schwerem Trockenen Auge verwendet werden. Dies sind sogenannte Sklerale Kontaktlinsen, die sehr gross sind und Tränenflüssigkeit unter der Kontaktlinse speichern können, um das Auge dauerhaft feucht zu halten.

Es wird klar, dass Kontaktlinsen ein medizinisches Hilfsmittel (Medizinprodukt) mit direktem Einfluss auf das Auge sind, das eine sorgfältige Auswahl, Anpassung und Nachkontrolle erfordert.


HYGIENE ist ein entscheidender Faktor beim Kontaktlinsentragen

Bei Kontaktlinsen hat es in den letzten Jahrzehnten enorme Verbesserungen gegeben. Dies hat zur einer Senkung der Häufigkeit und Schwere von Kontaktlinsen Nebenwirkungen geführt. 

Hygiene allerdings ist immer noch ein wichtiges Thema, vor allem ... aber nicht nur ... bei unerfahrenen Kontaktlinsenträgern.

Unzureichende Hygiene kann zu zu schweren Infektionen des Auges führen, die das Sehen gefährden und ohne sofortige ausreichende Therapie sogar zum Verlust des Auges führen können.

Durch die steigende Verwendung von Einmal-Kontaktlinsen, die für unterschiedliche Zeiträume, von einem Tag bis zu einem Monat getragen werden, und nach dem Tragen entsorgt werden, ist das Risiko von Infektionen etwas vermindert. Diese Linsen werden nämlich praktisch steril eingesetzt und müssen nicht mehr gereinigt und in einem Kontaktlinsenbehälter gelagert werden -  zwei bisher oft problematische Schritte der Kontaktlinsenverwendung.